[Daily Inspiration]: »Ende Gelände« – Oder wie kommen wir an einen Tisch?

© Video: 350.org / YouTube (23.05.16)

Wie kann ich Politik am besten mitgestalten? Wie kann ich meinen Lebensraum, meine Umgebung, meinen blauen Planeten am besten schützen? Und wie kommen wir alle mit unseren vielfältigen Bedürfnissen, Wünschen und Ansichten an einen Tisch und zu einem munteren Miteinander?

Zugegeben: Das kann ein schwieriges Unterfangen sein. Kürzlich entschieden sich etwa 4000 Umweltaktivisten in der Niederlausitz, mit ihrer Aktion »Ende Gelände« (siehe Video) ein Zeichen des zivilen (friedlichen) Ungehorsams zu setzen. Ihre Sorge um das Weltklima, die Luftverschmutzung und den ausufernden Kohletagebau bei Proschim in Brandenburg brachte sie auf die Barrikaden. Vom 13.-15. Mai stürmten sie kurzerhand das riesige Braunkohleabbaugebiet der Vattenfall GmbH und besetzten Bagger, Halden, Gleise und sogar ein Kraftwerk. Die Aktion stand unter dem Motto „Break Free 2016“ und wurde von der Organisation 350.org initiiert.

Für diese couragierten Leute eine wahre Verzweiflungstat. Sie wissen sich nicht mehr anders zu helfen. (Braun-)Kohle ist zwar kein Gift und hat uns als Menschheit in den vergangenen Jahrhunderten wirtschaftlich sehr vorangebracht. Aber was ist, wenn sie nun das Leben von Menschen, Tieren, Pflanzen in Gefahr bringt? Wenn unser Weltklima unter ihrer Verbrennung weiter leidet? Wenn unser blauer Planet langsam zu einem braunen wird?

Was kann uns in diesem politischen Streitpunkt am ehesten weiterhelfen? Ich sage: Aufeinander hören, so gut es geht, und möglichst fair miteinander umgehen. Denn auch die Kohle- bzw. Vattenfall-Befürworter leben nicht im luftleeren Raum. Ihre Existenz ist nun mal aktuell vom Abbau der Kohle bedingt:

  • Da hängen Gehälter von tausenden Mitarbeitenden dran – und damit auch tausende Familien und Lebensgeschichten.
  • Dahinter steht eine enorme Anzahl von Zulieferern und deren Beschäftigten (wenn ich da nur an den Bau der Kohlebagger und der Kraftwerke denke).
  • Als Vattenfall-Chef gäbe ich auch nicht einfach freiwillig mein blühendes Kerngeschäft auf und den Umweltaktivisten in jeder Hinsicht recht.
  • Als Politiker wollte ich den Vertretern der Wirtschaft, wichtigen Arbeitgebern und einer Menge von Arbeitnehmern auch nicht so gerne vor den Kopf stoßen.

Es wäre also sinnvoll und hilfreich, beide Seiten und deren Motive im Blick zu behalten. Vielleicht ist ja doch ein Mittelweg möglich. Gut wäre es m. E., wenn wir gemeinsam den Kohleförderern einen finanziellen Anreiz geben könnten, langfristig auf umweltfreundlichere Energie umzurüsten. So würde sich das auch für die Energieriesen rechnen.

Ich hoffe also auf ein freundliches Entgegenkommen von beiden Seiten. Ich wünsche auch den politischen Verantwortlichen viel Weisheit und Fingerspitzengefühl bei allen weiteren Verhandlungen.

© Encourager68 (2016)

 

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