[Daily Inspiration]: Sanktionsfrei – Eine nachdenkenswerte Initiative …

© Video: Sanktionsfrei (2016)

Gestern stieß ich auf eine nachdenkenswerte Initiative: Sanktionsfrei. Dabei geht es um die Frage, ob bedürftigen Menschen in Deutschland (Hartz-IV-Empfangenden) der relativ geringe Regelsatz unter gewissen Umständen nochmals gekürzt werden darf. Auf der Seite „Sanktionsfrei“ heißt es:

„Sechs Millionen Menschen leben in Deutschland von Hartz IV – darunter 1,7 Millionen Kinder. Der Regelbedarf beträgt 404 € für eine alleinstehende Person. Was viele nicht wissen: Die Jobcenter verhängen gegen Menschen, die sich auf die finanzielle Hilfe des Staates verlassen müssen, Sanktionen. Sie kürzen die monatlichen Leistungen damit unter das Existenzminimum. Wir finden Sanktionen unangemessen und menschenunwürdig. Ein Existenzminimum muss ein Existenzminimum bleiben. Unser Ziel ist es, mit eurer Hilfe die Sanktionen abzuschaffen.“

Ich möchte euch ermutigen, euch das Info-Video anzuschauen. Wenn ihr die Sache gut findet, könnt ihr auf der Crowdfunding-Seite von „Startnext“ ein wenig Geld dafür spenden. Von den nötigen 75.000 Euro sind bereits mehr als 30.000 Euro zusammengekommen.

Ich weiß: Es mag auch Menschen geben, die sich hier Unterstützungsgelder erschummeln. Aber die große Mehrheit dürfte hier aufrichtig sein. All den Redlichen – und vor allem den vielen Kindern – sollten wir die nötige Hilfe nicht vorenthalten.

Ich bin so dankbar, hier in Deutschland geboren zu sein. Es ist ein großes Vorrecht, in diesem Land so abgesichert leben zu dürfen. Ich wünsche euch allen eine friedvolle Woche!

 

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12 Antworten zu [Daily Inspiration]: Sanktionsfrei – Eine nachdenkenswerte Initiative …

  1. Ilanah schreibt:

    Hat dies auf Das Leben – bunt wie ein Regenbogen rebloggt und kommentierte:
    eine gute Aktion.
    Und die, die es mißbrauchen, sollten wir außen vor lassen.
    In der Mehrzahl wird es bei den Richtigen ankommen. Da bin ich sicher.

  2. Womolix schreibt:

    Hierzu zwei Anmerkungen:
    Dieses Sanktionssystem ist gewollt. Was nirgendwo berichtet wird, es gibt sehr viele Menschen die sich für Menschenwürde und damit gegen Solidargeld entschieden haben. Die Dunkelziffer ist hoch. Verschiedene „Experten“ nennen Zahlen zwischen 2 Mio und 5 Mio Menschen in Deutschland.
    Würde die menschen’un’würdige Praxis und die Öffentlickeitshetze von Politikern und Medien gegen die Harzer aufgegeben, dann rückt das seit Jahren verfolgte finanzpolitische Ziel der Netto-Neuverschuldung = 0 in unrealisierbare Ferne. Wir sprechen also von 10 bis zu 25 Mrd. € pro Jahr, die damit auf Kosten der Schwächsten eingespart werden.
    Dieses Repressionssystem wird gebraucht, um die Menschen die sich ’noch‘ wirtschaftskonform verhalten in Angst und Schrecken zu halten. Die geübte Repessionspraxis soll für diese Menschen Drohung und Mahnung zu gleich sein: „Wenn ihr euch nicht wirtschaftskonform verhaltet (kräftig arbeiten für mageren Lohn, mehr konsumieren und verschulden und NICHT AUFMUCKEN), dann ergeht es euch wie den Harzern! Wollt ihr das?“

    Jede Führungsakademie postuliert: Angstmotivation ist die schlechteste Motivation! Unsere Politiker setzen aber sehr erfolgreich darauf.
    Wer hat recht? (Zugegeben: diese Frage ist zynisch, sarkastisch, cabaretistisch)

    • mwehrstedt schreibt:

      Danke für deine nachdenkenswerten Anmerkungen hier, Womolix. Ich vermute ebenso wie du, dass diese Repressionspraxis gewollt und gewünscht ist, um viel gutes Geld einzusparen und diese besagten 2-5 Millionen Menschen in ihren schlecht bezahlten (Teilzeit-) Jobs zu halten.
      Ich selbst lebe auch nur von einem Teilzeitjob, mache alles andere ehrenamtlich und verzichte lieber auf eine staatliche Hartz-IV-‚Unterstützung‘.
      Allerdings ist unser Sozialsystem immer noch ein Rettungsanker für die, die sich nicht mehr selbst versorgen können. Ihnen wird – wenn auch unter (bedrückenden) Auflagen – eine Wohnung, Nahrung, medizinische Versorgung und vieles andere zur Verfügung gestellt. Davon können Menschen in vielen anderen Teilen der Welt nur träumen.
      Eine Lösung der Probleme wäre m. E., wenn Besserverdienende (z. B. Ärztinnen und Ärzte, JuristInnen, GeschäftsführerInnen, ModeratorInnen, PolitikerInnen, LehrerInnen, sonstige Beamtinnen und Beamte usw.) freiwillig mehr mit den schlechter Verdienenden (Krankenschwestern und Krankenpfleger, AltenpflegerInnen, Hebammen usw.) teilen würden. Leider wird dieser Wunsch vermutlich nie Wirklichkeit werden.
      Gruß Markus

      • Womolix schreibt:

        Freiwillig wird in einem Egomanen-Land keiner etwas abgeben. Seit Helmut Kohl haben uns unsere „Führer“ und damit meine ich nicht nur Politiker sondern auch Wirtschaftsführer, wie die von der Deutsche Bank über Daimler, VW bis Siemens vorgelebt haben, wie man mit weißer Weste die Unsolidarität durchsetzt und Volksvermögen in die Taschen einiger Weniger umleitet.
        Dieses Vorbild findet immer mehr Nacharmer. Auch beim einfachen Volk.
        Daran wird sich so lange nichts ändern, bis genügend Menschen aus dem Wachstumswahn aussteigen. Dann geht der Schmierstoff für das Repressionssystem verloren. Motto: Stell dir vor wir steigern das Bruttosozialprodukt und keiner macht mit. Die öffentlichen Haushalte kollabieren. Und dann schauen wir mal😈

      • mwehrstedt schreibt:

        Ja, Helmut Kohl & Co. waren ganz sicher keine wirklich guten Vorbilder für uns und unsere Mitmenschen. Allerdings, so denke ich heute, ist es doch einfach auch sehr menschlich, wenn wir natürlicherweise zuerst unsere eigene materielle Sicherheit suchen und verteidigen. Das steckt wohl einfach auch in unseren Genen. Und auch dieser bekannte Herdentrieb. Was es in solchen Fällen braucht, sind mutige Eisbrecher – so wie ihr welche seid. Kooperation kann eben auch viel Freude bereiten 🙂

      • Womolix schreibt:

        Danke für den Titel „Eisbrecher“. 😊
        Du hast Recht mit Herdentrieb und übertriebenem Sicherheitsbedürfnis… Aber an den Genen liegt das nicht.
        Es sind die falschen Zielsetzungen derjenigen, die „Geselschaft“ heute organisieren und verdummte Kommunikationsorgane die diese falschen Zielsetzungen mantraartig in die Welt posaunen.
        Diese beiden Gruppen versuchen uns jeden Tag weiß zu machen, das das Glück der Menschen im materiellen Wohlstand besteht. Deshalb ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Zielgrößen das ‚Bruttosozial- und das Bruttoinlandsprodukt‘. Wenn überhaupt, dann messen diese Größen höchstens die wenigen Sekunden oder Minuten der Glücksgefühle im Moment des Kaufs eines Gegenstands oder riner Dienstleistung. Nachhaltiges Glück ist daß nicht.
        Nachhaltiges Glück entsteht durch Beziehungen und durch emphatisches Handeln. Das sind zwei wichtige Merkmale von Kooperation, die, wie du richtig bemerkst, viel Freude (Glück!?!?) bereitet.

        Diese Kooperation ist aber bei den Mächtigen längst als Gefahr für ihre Interessen identifiziert.
        So sagte ein Politiker aus der 2. Reihe zu Beginn der Flüchtlgskrise in einem privaten Kreis: Wir müssen die Kooperationsfähigkeit unserer Bevölkerung auf die Willkommenskultur lenken. Wenn sie entdecken, ihre Kooperationsfähigkeit für sich selbst zu nutzen, dann sind wir handlungsunfähig!

        Mir blieben die Worte im Hals stecken!

        Aber es zeigte mir, die Machtorganisationen haben schon längst begriffen, das wirklich nachhaltig glückliche Menschen der Tod für ihre Organisationen sind.

      • mwehrstedt schreibt:

        Ja, und genau deshalb, weil sie begreifen, dass nachhaltig glückliche Menschen der Tod für ihre Organisationen sind, kämpfen sie um das Überleben ihrer Organisationen, um ihre eigenen Schäfchen im Trockenen zu haben. Leider suchen viel zu viele zuerst ihre eigenen Vorteile. Deswegen müssen wir dranbleiben und ihnen vorleben, dass Teilen & Kooperation mehr Zukunft hat 🙂

      • Womolix schreibt:

        Müssen müssen wir gar nichts. Wir sollten so leben, dass wir richtig glücklich sind. Und wir sollten unsere Glücklichsein nicht hinter dem üblichen Griesgram-Gesicht verstecken. Wir sollten mit glücklich dreinschauenden Augen zu diesem Gefühl und unserer Lebensweise stehen und dies kommunizieren (aber nur wenn jemand danach fragt). Bei denen, die sich über unsere Glücklichkeit wundern, wird ganz von allein die Frage aufkommen: „Wie machen die das?“
        Die meisten werden, wenn man ihnen das erklärt, sich trotzdem nicht ändern, weil Einstellungsänderung nicht über die Vernunft funktioniert. Das funktioniert nur über das Gefühl. Die Menschen, die aber nicht mehr fühlen können, die das Fühlen verlernt haben, deren Fühlen von aggressivem Werbegekreische und Umweltlärm erdrückt wurde, werden das nicht nachvollziehen und erfahren können. Sie fühlen ja nichts mehr.

        Diesen Menschen kann höchstens noch eine aufwendige Psychotherapie helfen, die ihnen hilft wieder ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Diese Menschen halten sich selbst ja nicht für therapiebedürftig. Sie sind verlorene Seelen.

      • mwehrstedt schreibt:

        Ja, auch meine Erfahrung sind nicht selten deprimierend. Auch wenn ich sehe, wie viele meiner Mitmenschen sinnlos Ressourcen verschwenden (Strom, Heizung, Wasser), kann es mir das Herz zerreißen. Aber so ist leider der aktuelle Zustand unserer Welt. Und ich möchte gerne das Beste daraus machen – mit guten Gefühlen, genau wie du schreibst 🙂

  3. Christiane schreibt:

    Die Frau hat hier in Hamburg einen unglaublichen Wirbel verursacht. Sie weiß, was sie tut und wovon sie spricht. Danke fürs Teilen!

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