[Daily Inspiration]: Den eigenen Wurzeln auf den Grund gehen …

Thomas Heun - Doorn NL (15.02.16) 50% (Copy)

Baum bei Doorn (Niederlande) – © Foto: Thomas Heun (2016)

Vorgestern postete einer meiner ehemaligen Grundschulklassenkameraden wieder einige eindrucksvolle Schwarzweißfotos auf Facebook. Die Bilder mit den Bäumen und deren offen liegenden Wurzeln blieben bei mir hängen und inspirierten mich. In mir kamen folgende existenziellen Fragen auf:

  • Welche Wurzeln habe ich? Wo komme ich eigentlich her?
  • Woher beziehe ich die Nährstoffe meines Lebens?
  • Was gibt mir wirklich Kraft? Was macht mich stark?
  • Stehe ich gut gegründet? Oder auf wackligen ‚Füßen‘?
  • Halten mich meine Wurzeln noch? Oder drohe ich bereits zu kippen?
  • Habe ich meine Wurzeln tief genug in meinen Lebensboden gegraben?
  • Und ist mein Untergrund stark genug, mich zu halten?

Vielleicht kennt ihr das auch: Es tut meiner Seele wohl, wenn ich mich stark wie ein Baum fühle. Stark, fest und sicher verwurzelt in einem gesunden Boden. Wenn mich kein Sturm und kein Beben so leicht aus der Fassung bringen können.

Ich denke, viele von uns sehnen sich nach solch einer Standfestigkeit. Sie schenkt uns das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Dieses Empfinden wünsche ich euch allen für das anstehende Wochenende. Und ich mache euch Mut, wieder neu euren eigenen Wurzeln auf den Grund zu gehen. Schaut mal, wie tief ihr kommt 🙂

PS. Einen herzlichen Dank wieder an dich, Thomas, für dein beispielhaftes Foto!

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15 Antworten zu [Daily Inspiration]: Den eigenen Wurzeln auf den Grund gehen …

  1. SackingBob74 schreibt:

    Komische Idee – für mich wäre es ein Albtraum verknöchert und wie ein Baum an einem Ort festgewachsen zu sein. Ist Stillstand nicht der Tod? Ich wäre viel lieber ein Fluß, der sich ständig ändert. Ist ein Fluß nicht viel lebendiger?

    • mwehrstedt schreibt:

      Ja, ich denke, jedes Bild mag seine Vor- und Nachteile haben. Auch ein Fluss ist ja nicht wirklich lebendig, sondern muss genau da lang fließen, wo er eben langfließt. Auch er kann sich seinen Weg nicht frei aussuchen. So ist es auch mit einem Baum. Er steht nun mal da, wo sein Samenkorn aufgesprungen und wo er gewachsen ist. Wir Menschen sind da tatsächlich beweglicher. Aber auch bei uns gibt es diese Konstanten, an denen wir nur wenig oder gar nichts ändern können – z. B. unsere Körpergröße, unsere leiblichen Eltern, unsere Geschaffenheit. — Mein Baum-Wurzel-Bild sollte aber auch nicht das ganze Leben abbilden, sondern nur die Frage stellen, wie stark und sicher wir uns fühlen. Beweglich sollten wir natürlich immer auch sein & bleiben 🙂

      • SackingBob74 schreibt:

        Der Wunsch des Menschen nach Konstanz und der Wunsch nach dem Unveränderlichen ist in jedem verankert. Trotzdem gibt es das nicht. Wer sich nicht verändert, der stirbt meist innerlich. Wir sehen in der Vergangenheit immer das Tolle und haben Angst vor der Zukunft. Dabei zeigt uns die Natur, dass sich alles verändern muss. Auch der Baum wechselt jährlich sein Kleid (jedenfalls die Laubbäume).
        Aus der Angst vor der Veränderung entspringen viel zu viele Probleme, wie z.B. die Angst vor Fremden, die Angst vor der Zukunft etc.
        Natürlich verstehe ich das Bild. Mein persönlicher Kampf gegen die Angst gegen die Veränderungen ist allerdings ebenfalls da. 😉

      • mwehrstedt schreibt:

        Ja, wie gesagt: Das Bild sollte nur den Aspekt des (heilvollen) Verwurzeltsein widerspiegeln. Und vielleicht ist es gerade das: Wer sich sicher verwurzelt fühlt, kann sich erst richtig öffnen und offen sein für Veränderung, für Neues und sich Ausstrecken nach oben (wie ein Baum mit einer großen Krone). Das gehört ganz sicher ganz eng zusammen.

        Ich wünsche dir viel Mut in deinem Kampf um diese Angst gegen Veränderungen. Wenn du immer wieder an Standfestigkeit gewinnst, wirst du diesen Kampf sicher sehr tapfer führen können 🙂
        Lieben Gruß, Markus

      • Martina Ramsauer schreibt:

        Ich danke dir für diesen interssanten Beitrag und ich finde auch, dass du die zwei Seiten gut erklärt.

      • mwehrstedt schreibt:

        Vielen Dank für deine Ermutigung, Martina. Möge Dir ein freundliches Wochenende geschenkt werden.

  2. Belana Hermine schreibt:

    Danke für diese anregenden Fragen, über die eigenen Wurzeln nachzudenken.
    Interessant finde ich den „Einwand“ von SackingBob74. Aber auch ein Fluss hat eine Quelle. Und vielleicht hat ein Baum eine andere Art der Lebendigkeit als ein Baum und es ist unsere „Aufgabe“ herauszufinden, ob wir eher der Baum- oder eher der Flusstyp sind. Oder haben wir vielleicht beides und müssen es in guter Balance halten? Und ein überstarkes Sehen nach der einen oder anderen Art könnte dann in diesem Sinne auf ein Ungleich hindeuten?
    Wie auch immer Eure innere Wahrheit aussehen mag, ich wünsche Euch ein erkenntnisreiches Wochenende.
    Belana Hermine

    • mwehrstedt schreibt:

      Das stimmt, Belana Hermine: Beide, Baum und Fluss, haben einen Ursprung. Darauf kam es mir an in meinem Beitrag. Und auch darauf, zu fragen, wie fest wir uns in unserer aktuellen Lebenssituation verwurzelt fühlen. Ob wir das Gefühl haben, richtig und sicher zu stehen. Ich denke, darüber lohnt es sich tatsächlich immer wieder nachzudenken. Aber jedes Bild hat auch seine Grenzen und kann nicht alle Facetten des Lebens abdecken. Also: Es werden weitere Bilder folgen 🙂

      Wünsche auch Dir ein erleuchtendes Wochenende. Gruß Markus

      • Belana Hermine schreibt:

        Völlig richtig – auch ein Fluss fließt (normalerweise) einen mehr oder weniger konstanten Weg. Aber es gibt auch Überflutungen. Und über Äoen hinweg kann sich auch ein Flusslauf ändern. Genausoviel/wenig wie Starre im Fluss ist ist Unveräbderlichkeit im Baum. Er wächst, er wechselt die Blätter, richtet die Äste nach Sonne und Wind.
        Spannend ist doch aber due Frage, welches Bild uns anspricht znd warum? Was sagt es über unseren derzeitigen Zustand, unsere Wünsche, Defizite, Entwicklungsmöglichkeiten aus? Und da wird es mal dieses und mal jenes Bild sein, das uns voranbringt. Und so ist es gut, dass es Bäume UND Flüsse gibt.
        Lassen wir uns inspirieren, unser Leben zu leben.
        Belana Hermine

      • mwehrstedt schreibt:

        Genau, nach dem Motto: „panta rhei“ = „alles fließt“ bzw. „alles ist im Fluss“. Kontinuität & Diskontinuität, Konstanz & Veränderung sind Zwillingsgeschwister und gehören einfach ganz natürlich zusammen. In der Natur ist ständig alles in Bewegung und im Werden. Ich denke auch: Wir dürfen unser Bild finden, in dem wir unser Leben aktuell am besten abgebildet finden. Es tut gut, sich immer neu ansprechen und begeistern zu lassen. Wünsche ein staunenswertes Wochenende.
        Markus

  3. madameflamusse schreibt:

    darf ich deine Fragen rebloggen?

  4. Pingback: Deine Wurzeln | reingelesen

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