[Fitness & Schwimmen]: Überraschung im Schwimmbecken …

© Video: Mark Warnecke & Jan-David Schepers im Interview (2012)

Am Sonntag ist mir etwas Witziges passiert beim Schwimmtraining. Auf der abgetrennten Bahn für die flotteren Schwimmer fällt mir schon bald ein vollbärtiger junger Mann auf, der wirklich unglaublich schnell an mir vorbeizieht. Mit zwei, drei Armzügen hat er mir gleich eine ganz Körperlänge abgenommen. Dabei bin ich auch nicht gerade langsam unterwegs. Ich denke erst, der Typ hat Flossen an. Aber dem ist nicht so. Ich staune. Ich vermute, dass er wohl ein Rettungsschwimmer oder ein ehemaliger Vereinsschwimmer sein muss. Auch beim Rückenschwimmen legt er eine irre Geschwindigkeit hin. So ein Tempo ist mir bis dato im Hallenbad noch nie begegnet.

Nun gut, ich kraule meine 30 Bahnen durch (1,5 km). Als ich fertig bin, wartet dieser Typ am Beckenrand und macht gerade eine Pause. Ich frage ihn einfach, wie er das macht, dass er solch ein Tempo drauf bekommt und ob er ein Vereinsschwimmer ist. Da meint er: Ja, schon. Er sei bereits im Profibereich geschwommen (!). Au Backe! Ich frage ihn: Bei welchen Wettbewerben denn schon? Ja, meint er, schon bei Weltmeisterschaften (!). Ich staune. Ich frage: Bei Junioren-Weltmeisterschaften? Er: Nö, richtig bei den Erwachsenen (!). Mir fällt die Kinnlade runter. Wahnsinn! Ich frage nach dem Namen. Er meint: Ich bin Jan-David Schepers! (oben im Video von 2012 könnt ihr ihn live erleben)

Zur Info: Jan-David Schepers war im Sommer 2011 der Shooting-Star bei den Deutschen Meisterschaften. Er landete ein paar Wochen später über 200 Meter Lagen bei den Weltmeisterschaften in Shanghai auf Platz 13. Er verpasste das Finale nur knapp und lag am Ende nur ca. 2 Sekunden hinter dem Bronze-Medaillen-Gewinner. Verrückt, oder! Da trainiere ich Seite an Seite neben einem der besten Lagenschwimmer der Welt und weiß es nicht 🙂

Er erzählt mir, dass er sich vor kurzem die Achillessehne gerissen hat (allerdings nicht beim Schwimmen) und jetzt erst wieder langsam ins Training einsteigt. Er möchte demnächst wieder in München mit Freunden trainieren und will versuchen, nächstes Jahr bei Olympia dabei zu sein. Er schwimmt etwa 2000 km im Jahr (in Worten: Zweitausend!), wenn er gesund ist. So viel fahre ich nicht mal mit der Bahn …

Er hat mir dann gleich noch ein paar wertvolle Tipps fürs Kraul- und Delphintraining gegeben. Weltmeisterliche Infos aus erster Hand! So etwas bekommt man auch nicht alle Tage. Er nahm sich sogar die Zeit, mir ein paar Sachen vorzuschwimmen. Wenn er Delphin nur mit Beinschlag schwimmt, ist er immer noch doppelt so schnell wie ich beim Kraulen. Keine Ahnung, wo er die Kraft herholt. Toll, wen man beim Sporttreiben so alles kennenlernen kann.

Am Ende sind wir beiden die letzten im Becken. Die Lichter gehen schon aus. Eine coole Trainingseinheit geht zu Ende. Wenn ich auch bei meinen ersten Delphinversuchen ein paar Liter Wasser geschluckt habe: Vielleicht schaffe ich es jetzt auch noch nächstes Jahr nach Rio. Olympia 2016 kann kommen. Allerdings muss ich noch ein bisschen an meiner Delphintechnik feilen, räusper 🙂

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