[Daily Inspiration]: Von den Steinbruchkindern Ajay, Naga, Lova und Ganesh

WuT Klassenpatenschaft 2012-4 40%Klasse der WuT-Schule in Yeleswaram (Indien) – Foto: Wort und Tat e.V. (2012)

Was haben Ajay, Naga, Lova und Ganesh gemeinsam? Richtig: Sie waren allesamt einmal Steinbruchkinder in Indien. Also kleine Heranwachsende, die zwölf Stunden und mehr am Tag Kalksteine kleinhämmern und zum Verbrennen in Kalköfen aufbereiten mussten. Und das mit schwerem Eisenhammer und oftmals in sengender Hitze. Millionen von Kindern weltweit gehen diesen Weg täglicher Strapaze und Schufterei schon von jungen Jahren an. Nicht, weil sie das mögen. Sondern weil ihre Familien ohne ihre Mithilfe nicht überleben können. Eine kindgerechte Kindheit mit Schule, Freizeit und Spielen bleibt diesen Kindern weitgehend verwehrt und unbekannt.

Aber es gibt immer wieder Hoffnung. Z.B. durch die Essener Hilfsorganisation „Wort und Tat e.V.“ (WuT). Dieser Verein – vor vielen Jahren einmal initiiert vom Schuhhaus-Mogul Heinz-Horst Deichmann (der erst vor ein paar Tagen im Alter von 88 Jahren starb) – nahm sich schon vor Jahren dieser indischen Kinder an. Er holte sie aus den Kalksteinbrüchen heraus, zahlte für ihre Eltern das nötige Schulgeld und ermöglichte ihnen damit einen Weg heraus aus der Armut.

WuT Klassenpatenschaft 2012-1 40%Foto: Wort und Tat e.V. (2014)

Die Encourager-Stiftung in Bochum übernahm vor einigen Jahren eine Patenschaft für eine Klasse dieser ehemaligen Steinbruchkinder an der WuT-Schule in Yeleswaram. Auf der beigefügten Liste der jeweiligen Schülerinnen und Schüler erfahre ich so einiges, z.B. …

  • ihre Namen (z.B. Ajay, Naga, Lova, Ganesh, Bhagya, Durga, Kasi, Sirisha, Satya oder Prasad),
  • ihr jeweiliges Alter (alle 10-13 Jahre alt),
  • die Namen ihrer Väter (z.B. Veera, Ganga, Krishna, Govinda, Pathudu oder Sattibabu)
  • ihre jeweilige Kastenzugehörigkeit (z.B. Gollalu, Mala, Kapu, Yelama, Madiga, Uppara, Turupu Kapu etc.)
  • und den Beruf des Vaters (bei den meisten eben Steinbrucharbeiter, aber auch Tagelöhner, Feldarbeiter oder Fahrer).

Logo_querFoto: Wort und Tat e.V. (2014)

Bildung ist nicht alles. Aber sie kann helfen. Besonders Kindern, deren Kraft, Zeit und Hilflosigkeit mitunter von Unternehmern gnadenlos ausgenutzt werden. Es tut gut, solche Kinder wieder lachen, lernen und spielen zu sehen. Möge auf diese Weise noch vielen Kindern und Eltern eine neue und bessere Zukunft ermöglicht werden.

PS. Eine gute Nachricht noch: Bei allen Förderprojekten der Encourager-Stiftung sind bereits alle Verwaltungskosten gedeckt. Dadurch können immer 100 % aller Spendensummen in die jeweiligen Projekte weitergeleitet werden.

© Encourager68 (2014)

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8 Antworten zu [Daily Inspiration]: Von den Steinbruchkindern Ajay, Naga, Lova und Ganesh

  1. Myriade schreibt:

    Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen ist immer sinnvoll ! Wie schlecht doch die Welt organisiert ist: Arbeitslose stehen Kinderarbeit gegenüber, Übergewichtige Verhungernden und, und ….. und alle Beteiligten sind unglücklich

    • mwehrstedt schreibt:

      Ja, so ist leider die Realität. Es hängt aber sicher auch mit unserem Menschsein zusammen. Nicht jeder denkt kooperativ. Vermutlich fehlt vielen Geschäftsleuten auch der Bezug zur Lebenswirklichkeit der Armen. Und um mitfühlend leben zu können, bedarf es wahrscheinlich auch viel des Trainings und der Übung. Wir brauchen mehr Menschen, die leidenschaftlich kooperativ denken, fühlen und handeln 🙂

  2. marliesgierls schreibt:

    Immer wieder unvorstellbar, dass Kinder so ein Leben meistern können. Und gut, dass es dann solche Projekte gibt, wo man auch weiß, dass das Geld auch genau dort ankommt, wo es benötigt wird. Leider kann ich nicht überall helfen, wo ich es gerne täte, dann müsste ich erst eine Bank überfallen. Aber von Zeit zu Zeit suche ich mir solche Projekte aus und versuche sie dann mit meinen Mitteln zu unterstützen, denn auch Kleinvieh macht Mist, um mit meinen bäuerlichen Worten zu sprechen. Liebe Grüße Marlies

    • mwehrstedt schreibt:

      Liebe Marlies, das finde ich großartig von Dir, dass Du teilen und mithelfen möchtest, wo es Dir möglich erscheint. Ganz sicher ist es so: Auch Kleinvieh macht Mist! Stell Dir nur vor, alle deutschen Bundesbürger_innen würden von ihrem Überfluss im Durchschnitt nur 100 Euro mit freundlichen Notleidenden weltweit teilen, so käme (allein in Deutschland!) die gigantische Summe von 8,2 Milliarden (!!) Euro zusammen 🙂 Allein wir Deutschen könnten innerhalb von nur einer Woche die halbe Welt retten, wenn wir es nur wollten, da bin ich mir gewiss. Aber eben nur, wenn auch alles Kleinvieh Mist macht 😉
      Liebste Grüße, Markus

      PS. Wenn Du mal kein neues Förderprojekt weißt, kannst Du ja gerne einmal bei der Encourager-Stiftung vorbeischauen (www.encouragerstiftung.wordpress.com). Ich konnte sie vor neun Jahren zusammen mit zweien von meinen Geschwistern ins Leben rufen.

      • marliesgierls schreibt:

        Ja, wenn alle zusammen etwas machen würden, käme viel dabei raus, unwahrscheinlich viel und es wäre so einfach, zu einfach!
        Stimmt, von der Stiftung hatte ich ja gelesen, als Annette über Dich den Beitrag geschrieben hat, im Hinterkopf habe ich es. lg Marlies

      • mwehrstedt schreibt:

        Soooooo richtig – es wäre so einfach. Aber wir sind Herdentiere und laufen meistens der Masse hinterher. Also brauchen wir mutige Eisbrecher. Ich möchte gerne einer von ihnen sein.
        Viel Mut Dir, Marlies, und eine gute Nacht.
        LG Markus

      • marliesgierls schreibt:

        Wenn Du nicht schon einer bist Markus! sonst auf dem Weg dahin…. Mut ist wichtig, den brauchen wir. Ich schere auch gerne aus der Herde mal aus. Ein schönes Wochenende, lg Marlies

      • mwehrstedt schreibt:

        Oh schön! Wir sollten öfter mal ausscheren aus der Herde 🙂 Wünsche Dir wieder viel Kreativität an diesem Wochenende. LG Markus

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