[Daily Inspiration]: Wenn Du dringend Geld brauchst oder Deine Familie Geldsorgen hat, dann praktiziere einfach „Susu“!

YouTube-Video: © Sparkassenstiftung IK (2014)

Es gibt immer wieder Geschichten, die mich aufhorchen lassen.

Heute bekam ich von Stefan Knüppel, dem aktuellen Geschäftsführer von Opportunity International Deutschland (kurz OID), eine E-Mail mit einem Link zu einer kleinen Doku von Filmemacher Andi Kranz (siehe YouTube-Video oben). Darin wird eine ganz eigenartige, aber auch inspirierende Finanz- und Sparmethode im afrikanischen Ghana vorgestellt und beschrieben – das sogenannte „Susu“. Was hat es mit „Susu“ auf sich?

Nun, das Wort „Susu“ entstammt der ghanesischen Landessprache Akan und bedeutet so viel wie „abmessen“ (engl. to measure). Was wird bei „Susu“ abgemessen? Ganz einfach: Die privaten finanziellen Einnahmen und Ausgaben. Es scheint in Ghana ein weitläufiges Problem zu sein, dass Menschen ihr (oft) hart erarbeitetes Geld viel zu schnell wieder ausgeben (dieses Phänomen soll mancherorts auch in Deutschland existieren). Die Folge: Ganze Familien verarmen und haben dauerhaft zu wenig zum Leben. Mitunter werden dann teure Kredite aufgenommen, die einen ganz in den finanziellen Ruin stürzen. „Susu“ schafft hier dauerhafte Abhilfe. Und zwar auf dem ganz einfachen Wege des Sparens bzw. Bildens von kleinen und großen Rücklagen. Und das geht bei „Susu“ so:

Foto: © Encourager68 (2014)Globus (23.09.14) 30%

  • 1. Ein „Susu“-Anbieter eröffnet einen kleinen Laden.
  • 2. Er ermutigt Freunde, Bekannte und Verwandte, regelmäßig Geld anzusparen.
  • 3. Jeder kann für sich entscheiden, welchen Betrag er täglich einzahlen möchte – z.B. 3, 6 oder 9 New Cedis (entspricht wohl aktuell ca. 1, 2 oder 3 Euro) pro Tag.
  • 4. Ein Kunde bekommt dann eine Kundenkarte jeweils für einen Monat, auf der die Monatstage abgekreuzt werden, für die er bereits seinen täglichen Sparbetrag bezahlt hat.
  • 5. Am Monatsende kann sich der Kunde sein angespartes Geld dann wieder auszahlen lassen – nach obigen Beispiel 90, 180 und 270 New Cedis (jeweiliger Tagesbetrag mal 30 Monatstage).
  • 6. Einen Tagesbetrag pro Monat behält der „Susu“-Anbieter jeweils für sich als kleine Bearbeitungsgebühr ein.
  • 7. Ziel: Am Monatsende hat der jeweilige Kunde eine größere Summe angespart, die er nun wieder sinnvoll investieren kann, z.B. in Schulgeld, einen Arztbesuch, einen Kühlschrank oder neue Ware für das eigene Geschäft.

Fazit: Diese „Susu“-Finanzmethode hilft also Menschen, dauerhaft eigenes Kapital zurückzulegen, um damit den Lebensstandard der Familie dauerhaft zu verbessern. Auf teure Kredite kann verzichtet werden. Viele Ghanesen sind von dieser einfachen, aber wirksamen Finanzierungsmethode sehr begeistert und angetan.

Opportunity International Deutschland

Am kommenden Wochenende werde ich bei einem Impulstag von OID in Köln dabeisein. Dort wird es vor allem um folgende Fragen gehen:

  • Wie können wir tollen und verlässlichen Menschen, denen die finanziellen Möglichenkeiten fehlen, am würdevollsten und nachhaltigsten unter die Arme greifen?
  • Wie können wir ihnen und ihren Familien auf ihrem persönlichen Weg weiterhelfen?
  • Was können wir selbst von ihnen lernen?
  • Welche Schwächen & Gefahren bergen verschiedene Finanzmethoden?
  • Was motiviert uns am meisten, mit großem Glück mehr Verantwortung füreinander zu übernehmen?

DSCI0132 - verkleinertFoto: © Encourager68 (2014)

Wenn ihr Zeit & Interesse habt, werft mal einen Blick in die Dokumentation. Das Video dauert knapp 42 Minuten, die aber sicher lohnend investiert sind und sich mitunter vielleicht sogar finanziell auszahlen könnten 🙂

Vielleicht sollte ich auch demnächst mit einem eigenen „Susu“-Geschäft in Bochum durchstarten. Ich denke, so einigen meiner Mitmenschen würde solch ein angewandtes Sparen sehr, sehr gut tun. Wenn ihr meine ersten Kunden werden möchtet, meldet euch einfach unten mit einem Kommentar 🙂

Was ich aktuell an „Susu“ inspirierend und einladend finde:
  • 1. Menschen verschulden sich nicht mehr unnötig.
  • 2. Selbstdisziplin wird unterstützt und gemeinsam eingeübt.
  • 3. Privates Geld wird viel weniger durch Alkoholkonsum verschwendet.
  • 4. Menschen erleben, wie sie sich selber eine kleine schönere Welt aufbauen.
  • 5. Die Kunden sind durch ihre Rücklagen immer gut abgesichert.
  • 6. Sie handeln (in der Regel) verantwortlicher und gehen behutsamer mit sich selbst und anderen um.
  • 7. Sie gehen anscheinend glücklicher und motivierter durchs Leben als andere.

PS. Vielen Dank für’s Lesen dieses Beitrages! Weitere Beiträge dieser Art findet ihr hier unter „Daily Inspiration“, „Armut / Reichtum“, „Save our Planet!“ bzw. „Familie“. Viel Spaß beim Schmökern!

© Encourager68 (2014)

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Eine Antwort zu [Daily Inspiration]: Wenn Du dringend Geld brauchst oder Deine Familie Geldsorgen hat, dann praktiziere einfach „Susu“!

  1. mwehrstedt schreibt:

    Hat dies auf Encourager-Stiftung rebloggt und kommentierte:

    Nachdenkenswert. Wie Menschen sich durch „Susu“ aus eigener Kraft aus ihrer Armut befreien und glücklicher durchs Leben gehen können.

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