[Daily Inspiration]: Zahnschmerzen können der Hammer sein!

KSK 4-20 %Kinderschmerzklinik Datteln – Foto: © Encourager68 (2014)

Schmerzen können einen schier in den Wahnsinn treiben. Besonders chronische (also dauerhafte) Schmerzen.

Zu diesem Thema habe ich mich bereits hier einmal in meinem Artikel „Wenn Schmerzen Kindern Schmerzen bereiten“ am 15. Mai 2014 ausgelassen. In diesem Zusammenhang hatte ich dem Kinderschmerzzentrum in Datteln einen Besuch abgestattet (vgl. das Foto). Gerade für Kinder können langanhaltende Schmerzzustände eine große Qual sein – und natürlich auch für deren Familienangehörige.

Nun wurde ich selbst von diesem Übel heimgesucht. Zahnschmerzen! Auf die freut sich natürlich jeder sehr gerne. Besonders, wenn sie einen mitten in der Nacht packen und nicht wieder loslassen wollen. Irgendetwas an einem meiner Backenzähne im linken Oberkiefer stimmte nicht. Jedenfalls pochte da etwas sehr unangenehm in den tiefsten Tiefen des Zahnnerves. Ich drehte mich im Bett mal nach links, mal nach rechts, dann mal nach oben und danach nach unten, zur Seite und wieder zurück. Ich setzte mich auf. Legte mich wieder hin. Aber was ich auch tat: Diese gnadenlosen Qualen wollten mich nicht mehr in Frieden lassen. Ein Schmerzmittel stand mir zwar Verfügung. Aber ohne magenschonende Tablette vertrag ich dieses Medikament nicht. Und diese Magenmedizin war mir leider ausgegangen. Also quälte ich mich so durch die Nacht. Als ich bis 5 Uhr morgens immer noch kein Auge zudrücken konnte, stand ich auf, zog mich an und setzte mich an meinen Schreibtisch. Doch auch das war keine gute Lösung. Denn nun pochte der Zahn noch unerbittlicher.

Erst um 10 Uhr saß ich bei meinem Zahnarzt auf dem großen Behandlungsstuhl – in Erwartung einer unumgänglichen Folterstunde. Mein gesamtes Zahnfleisch war so wund und aufgebläht, dass es schier zu platzen drohte. Die Bohrer starrten mich schon erwartungsvoll an. Aus dem Zimmerradio ertönte der Song „Ich lass für Dich das Licht an“ von Revolverheld – eine kleine Ermutigung in dieser schweren Stunde. Dann kam mein guter alter Doc ins Zimmer und übernahm das Kommando. Er verteilte eine unscheinbare Flüssigkeit über meinem Zahnfleisch – zur Betäubung gedacht. Na, wenn das mal was helfen sollte, dachte ich mir. Mein Oberkiefer war so entzündet, dass mich schon die kleinste Berührung an die Decke hätte gehen lassen können.

Aber was dann geschah, überraschte mich über alle Maßen! Der Doc kam nach 10-minütiger Einwirkungszeit des Narkotikums wieder, packte sich seinen dicksten Bohrer, richtete den Scheinwerfer auf meine offenstehende Mundhöhle und setzte an. Meine beiden Hände hatten sich schon rechtzeitig in den Sitz verkrallt – in Erwartung eines Schmerz-Bombardements unermäßlichen Ausmaßes. Aber: Er bohrte los – und ich spürte absolut keinen Schmerz! Nichts! Kleinere Sachen beim Zahnarzt ließ ich bisher immer ohne jegliche Betäubung machen. Also war ich schon so einiges gewohnt. Deswegen konnte ich es heute nicht fassen. Mein Zahnarzt bohrte richtig in die Tiefe, noch unterhalb einer alten Plombe und verödete dann die Spitze des Zahnnerves. Ohne das narkotische Mittel wäre ich spätestens jetzt das dritte Mal am heutigen Tage gestorben!

Schließlich packte er irgendein Medikament (wohl ein Antibiotikum) in das Zahnloch und versiegelte das ganze wieder mit irgendeiner Masse. Das Wunder: Direkt danach waren alle meine Schmerzen wie vom Winde verweht. Sogar die dicke Schwellung meines Zahnfleisches war komplett verschwunden!

Ich fühlte mich wie auferstanden von den Toten – und konnte mein Glück gar nicht recht fassen! Ich dachte nur: Was für ein unglaubliches Vorrecht genieße ich hier eigentlich in Deutschland, solch eine fantastische Behandlung zu erhalten! Und alles ohne Schmerzen! In vielen anderen Teilen der Welt gibt es …

  • weder einen Zahnarzt noch ein Narkotikum,
  • weder ein Antibiotikum noch eine Krankenkasse, die alles bezahlt,
  • weder all diese medizinischen Geräte noch irgend jemanden, der all diese ärztlichen Handgriffe wie aus dem „Effeff“ beherrscht.

Den meisten Menschen, die dort wohnen, hätte solch eine schnelle und helfende Behandlung nie zur Verfügung gestanden. Sie hätten Qualen erleiden müssen, und möglicherweise hätte eine Blutvergiftung ihrem Leben vorzeitig eine Ende gesetzt. Warum aber jubeln wir Deutschen hier nicht öfter vor Glück und Dankbarkeit??? Dass es uns dermaßen gut geht!! Und dass uns so viel kompetente und (in der Regel) auch so günstige Hilfe angeboten wird!!

Was ich heute aus dieser Erfahrung gelernt habe:
  • 1. Schmerzen tun weh.
  • 2. Zahnschmerzen können der Hammer sein!
  • 3. Eine wirksame Betäubung während einer heftigen Zahnbehandlung ist mehr als Gold wert.
  • 4. Ein Leben und eine Nacht ohne Schmerzen sind wie das Paradies auf Erden.
  • 5. Was die medizinische Versorgung betrifft, geht es uns saugut hier in Deutschland.
  • 6. Wir sollten hier echt wahnsinnig dankbar und glücklich sein.
  • 7. Meinen Krankenversicherungsbeitrag zahle ich ab heute doppelt so gerne.
  • 8. Gerne empfehle ich euch allen hier meinen Selbstttest „Wie arm bin ich wirklich?“ und meine Rubrik „Armut / Reichtum“.

© Encourager68 (2014)

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