Gewaltige Gewitterzelle! – Der Bedrohung ins Auge schauen

SZ 6 (09.06.14) - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Manchmal werden wir mit sehr bedrohlichen Umständen konfrontiert. So wie am 9. Juni 2014, abends um 21:20 Uhr (MEZ), im Süden Bochums. Am Himmel braut sich etwas Unheimliches zusammen. So mancher dürfte so etwas noch nie in seinem Leben gesehen haben. Es schaut ein wenig aus wie „Independence Day 2“. Ein Beobachter muss die schlimmsten Befürchtungen haben. Eine gewaltige Gewitterfront zieht heran. Sie erinnert an eine der vielen Superzellen (http://de.wikipedia.org/wiki/Superzelle#Superzellengewitter), die in den USA für die Entstehung der zerstörungswütigsten Tornados verantwortlich sind. Anfangs schaut alles noch relativ harmlos aus:

SZ 1 (09.06.14)-20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Ein relativ gewöhnliches Gewitter eben. Fast gemütlich anzusehen. Doch diese langgezogene Wolke, die wie ein Vordach bzw. wie ein weites Segel ausschaut, kommt mir eigenartig vor. Ich eile auf unseren Balkon – und da entdecke ich das eigentliche, herannahende Wolkenungetüm dahinter:

SZ 2 - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Wow!! Dreht hier Roland Emmerich tatsächlich seinen zweiten Teil von „Independence Day“ von 1996?? Wie eine riesige Krake krallt sich dieses Wolkenmonster den Süden Bochums.

SZ 3 - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Langsam pirscht sie sich heran, verbunden mit einem unangenehm auffrischenden Wind und erleuchtet von einem Meer von Blitzen.

SZ 4- 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Ein faszinierender Anblick. Mit fast hypnotisierender Wirkung. Mir wird klar: Lange werde ich hier auf dem Balkon nicht mehr sicher sein. Auch weiter nördlich nimmt das Unwetterungetüm extrem bedrohliche Ausmaße an:

SZ 4.2 - 20 %Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Die Bäume biegen sich bereits unter den ersten heftigen Windböen. Und dann geschieht es: Dieses meteorologische Monstrum senkt sich langsam zum Boden herab und stürzt sich direkt auf die Ruhr-Universität in Bochum-Querenburg:

SZ 6 (09.06.14) - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Oh oh oh! Das schaut nach World War III aus. Gleich wird hier alles untergehen. Mir fliegen schon die Plastikstühle auf dem Balkon um den Kopf. Trotzdem will ich noch ein paar Momente ausharren und mir den Anblick dieses Naturschauspiels nicht entgehen lassen. Nun geht auch die Gewitterzelle, die sich direkt über mir befindet, zum Angriff über:

SZ 8 - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Der Himmel verdunkelt sich. Eine bedrohliche (und wenig verheißungsvolle) Stille breitet sich über dem sonst so geschäftigen Stadtleben aus.

SZ 9 - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Es wird nun richtig ungemütlich und richtig unheimlich. Ein gewaltiger Wind fegt mich fast von meinem Aussichtspunkt herab. Die Bäume biegen sich unter dieser Sturmwalze fast bis zum Boden durch. Welche unglaublichen Energien und Kräfte unsere Natur doch immer wieder so entwickeln kann! Schließlich wird es so finster, dass man meint, die Welt ginge gleich unter, schwärzer als die Nacht. Und dann öffnet sich das Tor der Hölle!

SZ 10 - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Ich erreiche gerade noch rechtzeitig mein Zimmer. Nur mit meinen allerletzten Kräften gelingt es mir, das gekippte Fenster zu schließen. Und dann bricht da draußen wirklich die Hölle los. Ich habe eine solche Sturmwalze in meinem Leben noch nicht gesehen. Mit Orkanstärken (und vielleicht noch mehr) peitschen Luft- und Wassermassen gegen mein Fenster. Ich stemme mich vorsichtshalber dagegen, weil ich Angst habe, es könnte mir hier gleich alles um die Ohren fliegen. Alles wackelt und scheppert. Die Baumkronen neben mir zerreißt und zerfetzt es teilweise …

SZ 11 - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

Es ist wohl das bisher stärkste Unwetter, dass ich je erlebt habe. Ein normales Gewitter für deutsche Verhältnisse dauert vielleicht 5 bis 10 Minuten. Bei diesem Gewittermonstrum allerdings ziehen sich Hagel, Orkanböen, Wolkenbruchgischt, Blitz, Donner und nachtschwarze Finsternis länger als eine halbe Stunde hin. Es scheint kein Ende in Sicht, lange kein Aufleuchten mehr am Horizont. Aber auch solch ein Unwetter geht einmal zu Ende. Allerdings werden sich die Aufräumarbeiten auf Straßen, Autobahnen und Bahntrassen im Rheinland und im Ruhrgebiet noch tagelang in die Länge ziehen. Tausende Bäume wurden entwurzelt, viele Baumkronen zerrissen. Und mindestens sechs Menschen verloren ihr Leben.

Welche Lehren sich vielleicht aus der Erfahrung einer solch extremen Naturbedrohung ziehen lassen:
  • 1. Genieße den Anblick der Bedrohung und schaue dem Sturm ins Auge.
  • 2. Laufe nicht Hals über Kopf davon, sondern versuche, wenn möglich, Ruhe zu bewahren.
  • 3. Wenn Du das Gefühl hast, eine Bedrohung im Griff zu haben, dann stelle Dich ihr.
  • 4. Wenn Du das Empfinden hast, die Bedrohung ist zu stark für Dich, entscheide Dich besser für eine Flucht.
  • 5. Bereite Dich auf mögliche Bedrohungen Deines Lebens rechtzeitig vor.
  • 6. Was ein herannahendes Gewitter betrifft: Schließe besser rechtzeitig die Fenster.

SZ 6 (09.06.14) - 20%Foto: Encourager68 (Juni 2014)

© Encourager68 (Juni 2014)

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2 Antworten zu Gewaltige Gewitterzelle! – Der Bedrohung ins Auge schauen

  1. kathi84 schreibt:

    So unheimlich und zerstörerisch ein Unwetter auch sein kann, so faszinierend und farbenreich ist es zugleich. Deine Bilder sind absolut eindrucksvoll. Die Schäden, die solch ein Unwetter anrichten kann, ja sogar Leben auslöschen, demonstrieren einmal mehr die gewaltige Macht der Natur, die wir niemals unterschätzen dürfen.

    • mwehrstedt schreibt:

      Merci, liebe Kathi! Dieses meteorologische Szenario hatte wirklich etwas besonderes. Schade nur, dass im Ruhrgebiet auch einige uralte Parks dranglauben mussten, z.B. in Wattenscheid und in Gelsenkirchen. Ein Jammer, diese schönen alten Baumriesen, entwurzelt und gefällt … Aber so ist eben die Natur, so ist das Leben manchmal …

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