Fairtrade ist ‚in‘! – Umsatz in 2013 nimmt um 23 % zu

BildFoto: Encourager68 (Juni 2014)


Wunderschön: Fairtrade ist immer mehr ‚in‘! Im vergangenen Jahr 2013 zahlten Deutsche für fair gehandelte Produkte insgesamt geschätzte 654 Millionen Euro. Ein hübsches Sümmchen. Die Internetplatform http://www.fairtrade-deutschland.de resümierte:


„2013 kauften die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher Fairtrade-zertifizierte Produkte im Wert von mehr als einer halben Milliarde Euro, dies entspricht einer Steigerung um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat sich der Umsatz in den letzten zehn Jahren mehr als verzehnfacht. Kaffee ist nach wie vor das stärkste Fairtrade-Produkt, gefolgt von Blumen.“ (https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/absatz-fairtrade-produkte/)


23 % mehr Umsatz gegenüber dem Vorjahr und eine Verzehnfachung in zehn Jahren – das kann sich doch sehen lassen. Es freut mich sehr, dass anscheinend immer mehr Deutsche immer mehr Herz zeigen für ökonomische Fairness. Denn Fairtrade verändert unsere Welt (in der Regel) zum Besseren:


 

Was Fairtrade-Produkte fairer als andere macht:
  • 1. Fairere Löhne für benachteiligte ProduzentInnen
  • 2. Fairere Arbeitsbedingungen für die Angestellten
  • 3. Fairere soziale Absicherungen für die ArbeiterInnen (Sozialversicherungen für alle)
  • 4. Mehr Transparenz bei allen Geschäften, Produktion und Verkauf
  • 5. Mehr Gleichberechtigung von Frau und Mann (z.B. gleiche Löhne)
  • 6. Faire Informationsvermittlung und Weiterbildung der (armen) ArbeiterInnen
  • 7. Fairere Produktionsbedingungen und mehr Umweltschutz (weniger Gift, weniger Chemie, mehr Natur)

Als Gründe für diesen wachsenden Markt werden „größere Produktvielfalt, mehr Fairtrade-Hersteller, ein größeres Engagement im Handel und in der Gastronomie sowie die verstärkte Verbrauchernachfrage“ genannt (https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/absatz-fairtrade-produkte/). Zu den fair gehandelten Produkten gehören aktuell Kaffee, Kakao, Tee, Schokolade, Honig, Blumen, Zucker, Reis, Südfrüchte, Mischgetränke, Kleidung, Wein und Sportbälle. Allerdings können wir hier noch einiges mehr tun:


„Unter dem Label „Fairtrade“ versuchen karitative Organisationen, höhere Preise für die Produzenten in Entwicklungsländern zu erzielen, zum Beispiel für Kaffee. Allerdings lässt das Thema die meisten Verbraucher kalt: Pro Kopf der Bevölkerung macht der erwähnte Fairtrade-Jahresumsatz gerade mal 8 Euro aus.“ (Blickpunkt Wirtschaft Nr. 6 / Juni 2014, S. 18)


Im Schnitt nur 8 Euro pro Kopf? Also, ich würde mich sehr freuen, wenn wir hier noch achtsamer und sensibeler werden. Haltet mal Ausschau nach Fairtrade-Produkten in eurer Nähe (in Naturkost- und Weltläden sowie in Discountern). Achtet dabei bitte auf die nötigen Fairtrade-Siegel. Denn nicht alles ist Fairtrade, wo angeblich Fairtrade draufsteht. Online findet ihr hier aktuell 1.345 fair gehandelte Produkte:


https://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/produktdatenbank/

Viel Spaß beim Suchen & Finden!


 

© Encourager68 (Mai 2014)

 

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5 Antworten zu Fairtrade ist ‚in‘! – Umsatz in 2013 nimmt um 23 % zu

  1. mwehrstedt schreibt:

    Hat dies auf Encourager-Stiftung rebloggt und kommentierte:
    Wir ermutigen zum Einkauf von mehr Fairtrade-Produkten.
    Auch das sorgt für mehr gelebte Fairness in dieser Welt.
    Euer Encourager-Team

  2. Matthias Wehrstedt schreibt:

    Man darf da aber nicht zu naiv sein. Viele Bauern, die an den Fairtrade-Handel angeschlossen sind, haben dadurch genug Geld, um Hilfsarbeiter einzustellen — die sie dann wohl oft zu den üblichen Hungerlöhnen beschäftigen… Habe ich jetzt schon mehrfach gehört / gelesen…

    • mwehrstedt schreibt:

      Das ist richtig. Naiv sollten wir nie sein. Das ist mir auch bei unseren Projekten der Encourager-Stiftung sehr wichtig. Auch Bildung ist nicht die Allerweltslösung, wie sie immer wieder angepriesen wird. Denn durch Bildung werden mitunter neue ‚karrieregeile‘ Manager herangezogen.

      Von dem Phänomen mit der Anstellung und Ausbeutung neuer Hilfsarbeiter hatte ich bisher noch nicht gehört. Deshalb danke für den Hinweis. Richtig helfen kann ganz schön komplex sein …

  3. Karsten schreibt:

    Ich kaufe sonst auch immer biologischen Fair Trade Kaffee, aber bin zum Beispiel durch einige kritische Artikel wie den in der „Zeit“ auch etwas misstrauisch geworden. Der Artikel heißt glaube ich „Wenn Kaffee bitter schmeckt“ und er zeigt, dass Fair Trade Kaffee wenig für die Arbeiter vor Ort ändert. Eine bessere Alternative soll direkt gehandelter Kaffee sein, wobei es da anscheinend noch wenige Anbieter gibt.
    Was das Anstellen von Hilfsarbeitern für Billiglöhne betrifft, so habe ich davon auch noch nicht gehört und müsste mich mal informieren, ob das möglich sein kann. Ich dachte immer, dass Fair Trade dies ausschließt und die Arbeitsbedingungen kontrolliert werden. Man muss halt auch immer bedenken, dass in den Anbauländern oft einfach nicht die nötigen Bedingungen vorliegen wie angemessener Mindestlohn, Arbeitsschutz etc und dies dann extern von den ausländischen Abnehmern kontrolliert werden müsste, was sehr schade ist. Wichtig ist mir beim Kaffeekauf vor allem, dass keine Pestizide und chemischen Dünger verwendet werden, denn nur ein besserer Lohn nützt den Arbeitern nichts, wenn sie dafür krank werden.

    • mwehrstedt schreibt:

      Danke für Deinen ausführlichen Kommentar zu meinem Beitrag hier, Karsten. Ja, mich hat der ZEIT-Artikel „Wenn Kaffee bitter schmeckt“ vom 18. August 2014 (http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-08/fairetrade-kaffee) doch auch recht verwirrt und verwundert. Unbekannt war mir bisher, dass Fairtrade-Organisationen von ihren Bauern mitunter recht saftige Antrags-, Erstzertifizierungs- sowie Jahresgebühren einziehen. Das hört sich so an, als würden auch hier die Bauern ordentlich zur Kasse gebeten – wenn nicht sogar abgezockt. Unter echtem ‚Fairtrade‘ stelle ich mir da etwas anderes vor. Jedenfalls mehr echtes und herzhaftes Teilen. Tja, man lernt nie aus. Es lohnt sich, immer kritisch und auf dem Laufenden zu bleiben und dazuzulernen. Und den gänzlichen Verzicht auf Pestizide und chemischen Dünger halte ich auch für entscheidend. Hauptsache möglichst gesund 🙂

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