Entdecke deine Bestimmung! – … und plane deine „Einsame Reise“ (Teil 2)

BildFoto: Encourager68 (Mai 2014)

 

(Fortsetzung von Teil 1 / vom 18. Mai 2014)


 

Der kleine (bzw. schon mittelgroße Teenie-) Buckelwal Hruna empfindet Stolz. Bald wird er ganz erwachsen sein. Aber nicht nur Stolz, auch eine gewisse Mulmigkeit mischt sich in seine Gefühlswelten mit hinein. Kein Wunder. Denn schon bald wird er ganz alleine dastehen. Ohne Schwarm. Ohne Eltern. Ohne Freundin. Ohne helfende Verteidigung. Ohne gute Tipps von weisen Familienmitgliedern. Für alles wird er ganz alleine selbst verantwortlich sein. Weil ihm das nun auch ein bisschen Furcht bereitet, verbringt er seine letzte Nacht dort, wo er groß geworden ist und wo er so viel Geborgenheit erfahren hat – bei seinen Eltern:


 

„In dieser Nacht schlief ich zwischen meiner Mutter und meinem Vater. Hreelea [seine Mutter, MW] sang ihr Lied mehrmals ganz durch in einer traurigen, schönen Weise. Eine Seite in mir wollte aufschreien und sich weigern, auf die Reise zu gehen, während die andere Seite gespannt das Morgengrauen erwartete.“ (S. 31)


 

Er findet sich hin- und hergerissen. Wer mag es ihm verdenken! Er möchte bleiben – und möchte doch nur zu gerne aufbrechen in die Ferne. Zwei Walherzen schlagen in seiner Brust (wie auch wir häufig das Gefühl nicht loswerden können, als schlügen zwei Menschenherzen in uns). Nach dem Abschiedsgesang seiner Mutter (die ganz sicher ganz besonders unter dieser baldigen Trennung gelitten haben mag), fasst Hruna im Morgengrauen seinen endgültigen Entschluss. Er verabschiedet sich, um unwiderruflich seine „Einsame Reise“ anzutreten:


 

„Im grauen Frühlicht sagte ich auf Wiedersehen zu Lewte [seine Jugendfreundin, MW], die still war und sich schnell wegdrehte, nachdem wir uns ein letztes Mal mit unseren Flossen berührt hatten. Dann liebkoste ich meine Mutter und meinen Vater und zog los, ohne mich umzudrehen. Als ich etwa eine Meile weiter war, machte ich drei Sprünge hintereinander und sah zu, wie die beiden auch drei machten. Der Gischt glitzerte silbern in der frühen Sonne. Dann drehte ich mich wieder um und schwamm die leuchtend grünen Korridore der See entlang.“ (Ebd.)


 

 

Bild

Foto: Encourager68 (Mai 2014)

 

10 Orte, wo meine „Einsame Reise“ morgen hingehen könnte:
  • 1. Einmal um die ganze Welt.
  • 2. In ein Dominikaner- oder Franziskanerkloster, in nah oder fern.
  • 3. In eine einsame Waldhütte.
  • 4. Auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
  • 5. Per Hüttenwanderung durch die Allgäuer Alpen.
  • 6. Zur „Gemeinschaft von Taizé“ im Burgund oder zu einem ihrer Europäischen Jugendtreffen.
  • 7. Für einen langen Sommerabend an einen schönen Aussichtspunkt in meiner Nähe.
  • 8. Zu einer Schweigewoche oder zu sogenannten Einkehrtagen.
  • 9. Nach Rom, Jerusalem oder Kathmandu.
  • 10. Auf den Mount Everest (oder zumindest auf den Brocken im Harz).

 

20 Fragen, die ich auf meine „Einsame Reise“ mitnehmen könnte:
  • 1. Wer bin ich eigentlich bzw. wer bin ich wirklich?
  • 2. Welche Motive treiben mich am stärksten an?
  • 3. Was möchte ich gerne am Ende meines Lebens erreicht haben?
  • 4. Was imponiert mir bei anderen Menschen am meisten?
  • 5. Wo möchte ich mich in drei Jahren am ehesten sehen?
  • 6. Welche sind meine wirklich größten Lebensträume?
  • 7. Bei welchen Aktivitäten empfinde ich mein größtes Glück?
  • 8. Wovor habe ich am meisten Angst?
  • 9. Welche Menschen schätze und liebe ich am meisten?
  • 10. Welchen von diesen Menschen möchte ich baldmöglichst besuchen?
  • 11. Ist für mich die Zeit eines Tapeten- bzw. Paradigmenwechsels gekommen?
  • 12. Lebe ich wirklich das, was ich glaube?
  • 13. Glaube ich wirklich das, was ich lebe?
  • 14. Welche fünf Dinge möchte ich am liebsten aus meinem Leben verbannen?
  • 15. Welche fünf Dinge möchte ich gerne neu in mein Leben hineinholen?
  • 16. Wieviel liegt mir persönlich an unserem Planeten?
  • 17. Möchte ich vielleicht einen einfacheren Lebensstil wählen?
  • 18. Wenn ja, welchen Ballast könnte oder sollte ich heute möglicherweise abwerfen?
  • 19. Möchte ich mich gerne mit einem bestimmten Menschen wieder versöhnen?
  • 20. Empfinde ich eine besondere Bestimmung für mein Leben? Wenn ja, welche?

 

Wozu mir meine „Einsame Reise“ helfen und dienen könnte:
  • 1. Zu neuen und wesentlichen Erkenntnissen über mich selbst.
  • 2. Zu neuen und wesentlichen Gewissheiten darüber, was ich in Zukunft neu oder anders machen möchte.
  • 3. Zur Überzeugung, was ich getrost (und vielleicht für immer) zurücklassen möchte.

 

BildFoto: Encourager68 (Mai 2014)


© Encourager68 (Mai 2014)


 

 

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