Ist das Glas halbleer oder halbvoll? – Alles eine Frage der inneren Einstellung …

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Foto: Encourager68 (Mai 2014)

 

Ist das Glas halbleer oder halbvoll? Eine gute Frage.

 

Die Antwort: Es ist ganz und gar eine Frage der eigenen inneren Einstellung. Es kommt darauf an, wie ich es selber sehe. Ein eher pessimistisch denkender Mensch wird antworten: Halbleer. Ein mehr positiv und optimistisch eingestellter Mensch wird das Glas stattdessen halbvoll sehen. Es ist Ansichtssache. So, wie ich selbst eingestellt bin, so sehe ich auch die Dinge. Fühle ich mich gut und glücklich, so sehe ich auch meine Welt in einem freundlicheren Licht. Rumort und ächzt es aber in mir, so verdunkelt sich (in der Regel) auch die Sicht auf meine Außenwelt. Die Linse in meinem Auge bestimmt, wie scharf ich die Dinge um mich herum erkenne. In gleicher Weise bestimmt die ‚Linse‘ in meiner Seele, wie positiv oder negativ ich die Geschehnisse meines Lebens betrachte:

 

  • Fühle ich mich innerlich missgelaunt und unzufrieden, so sagt mir (sehr wahrscheinlich) auch mein Außenleben nicht zu.
  • Ist meine Seelenlinse auf Betrübnis eingestellt, so trübt sich (sehr wahrscheinlich) auch mein Blick nach außen.
  • Habe ich meine Seelenlinse auf ‚immer mehr‘, auf ‚immer weiter‘ und auf ‚unersättlich‘ justiert, so werde ich das Gefühl wahrscheinlich nie wirklich loswerden, immer zu wenig zu besitzen, immer zu wenig Zeit zu haben, in meinen Beziehungen immer zu unglücklich zu sein und eigentlich immer zu kurz zu kommen – was immer ich auch machen mag.

 

So sehe ich dann auch permanent und überall halbleere Gläser in meinem Leben – statt halbvolle. Kein Wunder: Mein Seelenobjektiv ist ja auch auf ‚halbleer‘ eingestellt. Meine eigene Lebenseinstellung ist selbst ‚halbleer‘. Alles in mir steht auf ‚halbleer‘. Ich selbst bin halbleer. Und weil ich selbst halbleer bin, spiegele ich diese Halbleerheit in alle meine Lebensbereiche hinein.

 

Ganz anders der halbvolle Mensch. Er empfindet sich und sein Erleben nicht ständig als leer und zu wenig, sondern als ziemlich voll, recht gefüllt und schön erfrischend (obwohl er objektiv betrachtet gar nicht mehr besitzt als der halbleere!). Das liegt daran, dass seine innere Einstellung um so viel freundlicher ausschaut. Er ärgert sich nicht über das, was er nicht besitzt, sondern freut sich an allem, was er schon genießen darf. Sein Blick findet sich fokussiert auf das Plus in seinem Leben, nicht auf das Minus. Er sieht immer wieder auf das, was ihm geschenkt worden ist – nicht auf das, was ihm möglicherweise entgangen sein könnte. Aus diesem Grunde fühlt sich solch ein Mensch fast jeden Tag neu ausgeglichen, zufrieden und erwartungsvoll. Er genießt all das, was das Leben ihm anvertraut, in vollen Zügen.

 

Dieses Bild und Beispiel mit dem halbleeren bzw. dem halbvollen Glas ist mir im Laufe der vergangenen Jahre sehr ans Herz gewachsen. Ich halte es für eines der wichtigsten und wertvollsten in meinem Leben. Denn hier entscheidet sich viel darüber, wie glücklich oder unglücklich ich durch mein Leben gehe. Nur diese eine einzige (!) Lebensübung zu beherzigen, macht meines Erachtens in meinem Leben 90 % meines Glücksempfindens aus. Nur diese eine einzige! Es kommt auf unsere innere Einstellung an. Das möchte ich euch und Ihnen gerne hier an zwölf verschiedenen Beispielen demonstrieren. Der Unterschied macht’s! Also:

 

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Leeres Glas – Foto: Encourager68 (Mai 2014)

 

Wie ich meine Welt sehe, wenn meine innere Einstellung auf ‚halbleer‘ steht:
  • 1. Ich nörgele über meine Ausbildung und meinen Beruf, weil ich doch eigentlich viel mehr hätte erreichen können.
  • 2. Ich ärgere mich über meine Familie. Wieviel besser läuft es doch in so vielen anderen Familien.
  • 3. Ich bin unzufrieden mit meinem Urlaub. Wäre ich doch woanders hingefahren oder hingeflogen.
  • 4. Ich kann mich selbst nicht leiden. Warum sehe ich nicht so hübsch und elegant aus wie xy?
  • 5. Ich bin wütend über meinen Körper. Warum habe ich immer all die Schmerzen und Komplikationen?
  • 6. Ich stöhne über meine Partnerin und deren 1000 kleine Makel. Hätte ich mir doch eine andere ausgesucht!
  • 7. Meine Arbeit wurmt mich. Ich habe hier wohl doch auf’s falsche Pferd gesetzt.
  • 8. Meine Nachbarn regen mich furchtbar auf. Hätte ich sie nur vorher besser gekannt, wäre ich nie hierhergezogen.
  • 9. Das Wochenende langweilt mich. Sonne, Brunch und viel freie Zeit, aber sonst nichts los.
  • 10. Meine Finanzen gehen mir auf den Keks. Meine Freunde können dauernd aus dem vollen schöpfen, und ich muss jeden Euro einzeln umdrehen.
  • 11. Ich leide unter meiner Einsamkeit. Warum finde ich einfach keinen Partner?
  • 12. Ich könnte mich jeden Tag neu über unseren Staat und unsere Gesetze aufregen. Immer werde ich benachteiligt.

 

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Volles Glas – Foto: Encourager68 (Mai 2014)

 

Wie anders kann aber mein Leben ausschauen, wenn ich die Dinge unter einem positiveren Blickwinkel betrachte! Nämlich in etwa so:

 

Wie ich meine Welt sehe, wenn meine innere Einstellung auf ‚halbvoll‘ steht:
  • 1. Ich freue mich über meine Ausbildung und meinen Beruf. Sicher, ich hätte auch etwas anderes lernen und machen können. Aber schön, dass ich überhaupt tätig sein und Geld verdienen darf.
  • 2. Ich bin dankbar für meine Familie. Meine Kinder nerven mich zwar oft. Ich bin aber trotzdem immer wieder froh, dass ich sie habe.
  • 3. Wie schön, dass ich Urlaub machen darf! Andere können oder dürfen nie in ihrem Leben wegfahren.
  • 4. Ich mag mich leiden. Zwar werde ich wohl nie eine Wahl zur Schönheitsprinzessin gewinnen und auch nie als Model arbeiten. Aber ich fühle mich in meiner Haut wohl und genieße mein Leben.
  • 5. Mein Körper ist ein Wunderwerk. Was hier alles von ganz alleine funktioniert! Gut, es hapert auch hier und da. Aber trotzdem kann ich es kaum fassen, in einem eigenen Körper zuhause sein zu dürfen. Wow!
  • 6. Okay, mein Partnerin treibt mich manchmal bis in den Wahnsinn. Aber wenn ich es mir genau überlege: Wieviele gute Seiten hat sie auch. Wenn es darauf ankommt, kämpft sie für mich. Sie legt sich ins Zeug, kümmert sich rund um die Uhr um die Familie, hilft beim Geldverdienen und hat doch auch ein gutes Herz, wenn ich es recht betrachte.
  • 7. Es stimmt: Meine Arbeit wurmt mich schon. Mein Arbeitskollege auch. Aber ich freue mich trotzdem, derzeit überhaupt einen Job zu haben, dazu ein festes Gehalt und meine Sozialversicherung. Es könnte alles viel schlimmer sein. Und ich habe ja auch ein paar nette Kolleginnen und ein paar hübsche Aufgaben, auf die ich mich immer freuen kann.
  • 8. Echt schade, dass meine Nachbarn wirklich häufig so stinkig sind. Sie rauchen im Treppenhaus und ignorieren ständig die gemeinsame Hausordnung. Aber ich will mich nicht weiter über sie aufregen. Sie sind halt auch nur Menschen und haben ihre eigenen Sorgen. Ich konzentriere mich derweil lieber auf die schönen Dingen in meinem Leben.
  • 9. Merci für das tolle Wochenende! Die Sonne scheint, wir können gemeinsam brunchen und die freie Zeit genießen. Wie schön kann das Leben doch sein. Zwar haben wir uns nichts spezielles vorgenommen. Aber trotzdem empfinde ich jede Sekunde an diesem Wochenende als Geschenk des Himmels.
  • 10. Ja, meine Finanzen! Am Monatsende wird es wirklich immer recht knapp. Und auch während des Monats muss ich immer gut rechnen und kalkulieren, um am Ende hinzukommen. Aber was für ein Wahnsinn, dass ich in Deutschland leben darf! Ich habe ein Dach über dem Kopf, ein geregeltes Einkommen, kann mir (fast) alles zu essen und (fast) alles zu trinken kaufen, bin krankenversichert, kann kleine Hobbies finanzieren, bekomme Gehalt (auch wenn ich Urlaub mache oder krank geschrieben bin!), habe ein Handy, einen PC und tausend andere Klamotten. Wie unglaublich gut es mir doch geht!
  • 11. Hm, wäre wirklich toll, wenn ich jemand an meiner Seite hätte. Es tut wirklich ab und zu weh, wenn ich sehe, wie meine Bekannten alle immer zu zweit ausgehen. Aber ich will nicht groß lamentieren. Ich habe so viel Freiheit, kann mich so schön entfalten, kann ständig Freundinnen und Freunde besuchen, kann neues erfahren und Mut machen. Ich bin so glücklich – auch wenn ich mich manchmal gerne an eine andere Schulter anlehnen würde.
  • 12. In der Politik wird tatsächlich täglich eine Menge Mist gebaut. Aber wie wahnsinnig sozial sind doch immer noch viele unserer Gesetze und Regeln in Deutschland! Welche Rechte ich alle besitze! Was mir alles im Notfall zusteht und dass ich materiell eigentlich nie ins Bodenlose fallen kann, ist schon unglaublich. Im Vergleich zu Menschen anderer Staaten lebe ich hier wie ein König / eine Königin und fast wie in einem Paradies.

 

Tja, so unterschiedlich können hier die Sichtweisen sein. So sehr kann sich meine Alltagsmentalität zum Besseren verändern, wenn ich meinen Blick (auch) auf die positiven Seiten meines Daseins richte. Wenn ich (auch) auf das Positive schaue, wird aus einem halbleeren plötzlich ein halbvolles Glas. Plötzlich schaut alles gar nicht mehr so übel aus, sondern zum Teil richtig okay und zufriedenstellend. Es kommt also wirklich zum ganz großen Teil auf meine Einstellung zu den Dingen in meinem Leben an – und nicht auf die Dinge selbst. Ich kann mich entscheiden, wie ich Dinge sehen möchte. Wirklich! Ich muss es nur einüben. Regelmäßig. Mich immer wieder disziplinieren. Meinen Blick auf die erfreulichen Seiten des Lebens richten. Die vielen Vorteile sehen – nicht nur die Nachteile. Mich am Gelungenen erfreuen – und mich nicht nur über Pleiten, Pech und Pannen ärgern. Dann wird vieles viel einfacher, und manches wird sehr viel leichter zu tragen sein.

 

Zum Schluss noch: Sieben kleine, aber wertvolle Erinnerungen (z.B. geeignet für jede Pinnwand)
  • 1. Sich besser nicht immer wieder auf das Negative konzentrieren, sondern eher das Positive in den Blick nehmen.
  • 2. Sich nicht über das Misslungene ärgern, sondern sich besser über alles schon Gelungene freuen.
  • 3. Schon mit Wenigem zufrieden sein.
  • 4. An den kleinen Dingen des Lebens Freude finden.
  • 5. Zurückschauen und staunen, was man alles schon auf die Beine hat stellen können.
  • 6. Keine Vollkommenheit anstreben, sondern das Leben unvollkommen nehmen, wie es ist.
  • 7. Erkennen, dass das Glas eher halbvoll als halbleer ist – und über diese Erkenntnis schmunzeln.

PS. Es gibt übrigens auch noch eine andere (objektivere) Betrachtungsweise von ‚halbleer‘ und ‚halbvoll‘. Das möge hier zur Vollständigkeit noch angefügt werden:

 

„Es ist übrigens ein Trugschluss, dass es eine Frage der Einstellung ist ob das Glas halbvoll oder halbleer ist. Das kommt auf den Zustand an wie der Status zuvor war. Hat man es bis zur Mitte gefüllt, ist es halbvoll und hat man aus einem vollen Glas die Hälfte entfernt, ist es halbleer. Wer aber lieber nach der Einstellung gehen will, der kann das natürlich tun. Richtig ist es nicht. Zwar kann man den Zustand so gestalten, dass es nicht schlüssig ist wie das Glas vorher war, aber man kann ja fragen. Im Zweifelsfall beträgt die Füllmenge 50%. So einfach ist das.“ (https://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20100820155048AAiMxCG)

 

© Encourager68 (Mai 2014)

 

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