Den Dingen richtig auf den Grund gehen – bevor es zu spät ist …

BildFoto: Encourager68 (April 2014)

Manchmal müssen wir einer Sache richtig auf den Grund gehen. Das wird besonders dann notwendig, wenn es irgendwo hakt bei uns. Bei mir hakt seit Ende des vergangenen Jahres mein rechtes Knie. Ein paar Wochen nach meinem Marathonlauf im Oktober spüre ich den ersten Schmerz. Bei meinen Trainingsläufen erst nach etwa 10 gelaufenen Kilometern. Aber er ist da, der kleine Stich in der Kniekehle, bei jedem Auftreten und Abdrücken des Beines. Am Anfang erscheint mir dieses Wehwechen nicht weiter relevant. So etwas kommt vor, besonders bei Langstreckenläufern. Beim Bergauflaufen verschwindet dieses Stechen sogar eigenartigerweise wieder. Aber bei den folgenden Trainingseinheiten taucht diese Beschwerde immer wieder auf. Sie verschwindet nicht mehr. Mein rechtes Knie ärgert mich und meldet sich fortan immer öfter. Bald spüre ich es auch beim normalen Treppengehen.

 

Ich besorge mir neue Laufschuhe mit frischer Dämpfung, dazu die passenden orthopädischen Laufschuheinlagen mit Zusatzdämpfung. Ich trainiere weiter. Der Schmerz bleibt. Mein Knie scheint mit meinen Hilfsmaßnahmen noch nicht zufrieden zu sein. Es rebelliert und will mich einfach nicht in Ruhe lassen. Selbst eine Laufpause von ca. 2-3 Wochen bringt immer noch keine Besserung. Ich bin sauer auf mein Knie, weil es nicht so will, wie ich es will. Es macht mir einen Strich durch die Rechnung – und ich muss mein Lauftraining komplett unterbrechen. Ich weiche fortan auf’s Schwimmtraining aus und wechsele von meiner Laufstrecke ins Hallenbad. Das funktioniert. Mein Knie scheint zufrieden zu sein mit meiner Entscheidung. Es gibt Ruhe, weitestgehend jedenfalls. Nur beim Treppensteigen meckert es noch hier und da.

 

Leider verschwindet das Wehwechen auch nach drei weiteren Monaten Schwimmtraining nicht wirklich. Eine Wiederaufnahme meines Lauftrainings traue ich mir nicht wirklich zu. Die Sorge ist groß, dass ich mir mein Bein so komplett in Grund und Boden laufe und ruiniere. Also geht mein Weg zum Orthopäden. Es hilft ja alles nichts. Mit zwei, drei fachmännischen Griffen erfühlt er sofort meinen Hauptschmerzpunkt. Dass er ihn gefunden hat, erkennt er an meinem entgleisten Gesichtszügen. Seine vorläufige Diagnose: Eine entzündete Sehne am Knie – oder der Meniskus. Oh je! Bloß nicht der Meniskus. Hoffentlich keine OP am Knie. Das hätte mir gerade noch gefehlt. Sehne oder Meniskus? Was ist es? Was tun?

 

Wir müssen der Sache richtig auf den Grund gehen, meint der Orthopäde. Es muss ein MRT her (also eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung = MRT). Mein Knie muss scheibchenweise durchleuchtet werden, damit der Radiologe und mein Orthopäde genau sehen können, wo genau es an bzw. in meinem rechten Knie hapert. Sie brauchen haargenaue Bilder, um genau differenzieren zu können, was an meinem Knie gesund und was an demselben krank, entzündet, abgenutzt, gerissen, verbraucht, gebrochen oder sonst wie vermurkst ist.

 

Also gibt’s einen Termin beim Radiologen. Das MRT wird durchgeführt. Die Geräusche der großen Maschine sind so eintönig, dass ich glatt in der Röhre einschlafe. Egal. Die Bilder passen und sind lesbar (Foto siehe oben). Der Radiologe schaut sie sich an. Ich auch. Ich sehe mein rechtes Knie. Von innen, witzig. Ich kann meinen Oberschenkelknochen, die beiden Unterschenkelknochen, meine Kniescheibe, die Knorpelmasse, einzelne Sehnen, meine Muskeln und einiges undefinierbares Zeugs erkennen. Meinen Menikus entdecke ich nicht. Der soll allerdings – so der Radiologe – einbandfrei in Ordnung sein. Puh – das ist schon mal eine gute Nachricht. Aber wo liegt das Problem? Der Radiologe: Es könnte am entzündeten Ansatz einer Sehne an meiner Kniescheibe liegen. Aber das müsste sich mein Orthopäde noch einmal genauer anschauen. Jedenfalls kündigt sich wohl erst mal keine Knie-OP an.

 

Gut, das zu wissen. Aber ich weiß es erst dadurch, dass meine Ärzte der Sache richtig auf den Grund gegangen sind. Von außen konnte weder mein Orthopäde noch mein Radiologe etwas wesentliches erkennen. Eine sichere Diagnose schien so gut wie unmöglich. Selbst den besten Fachfrauen und Fachmännern hiflt ihr Fachwissen wenig, wenn ihnen die entsprechenden Hilfsmittel fehlen. Wenn sie nicht tiefer und unter die Haut blicken können. Wenn sie keine Originalbilder haben. Sie müssen genau sehen können, was ist und was nicht ist. Und dabei helfen ihnen eben die MRT-Bilder so viel weiter.

 

In unserem Alltagsleben läuft es oftmals nicht anders. Irgendwo piekst es uns. Wir merken, dass da irgendetwas nicht stimmt. Irgendwie läuft etwas nicht rund bei uns, und wir können es fühlen. Körperlich, psychisch, beziehungsmäßig. Irgendwas hängt uns da im Getriebe. Es knirscht. Es fühlt sich nicht so an wie sonst. Trotzdem unternehmen viel zu viele von uns viel zu häufig nichts. Wir lassen unseren Motor weiter auf Hochtouren laufen. Trotz der Quietschgeräusche, trotz des Knirschens und des unheimlichen Rumpelns. Manche geben dann einfach ein bisschen mehr Gas, um einen Geschwindigkeitsverlust auszugleichen. Aber die Probleme nehmen dann in der Regel nur noch mehr zu. Leider fahren manche von uns so lange in diesem Zustand weiter, bis sie endlich von einem Kolbenfresser komplett gestoppt werden. Dann allerdings ist der Motor bereits im Eimer. Totalschaden. Wären wir mal früher in die Werkstatt zum Durchschauen gedüst.

 

Also lohnt es sich, rechtzeitig in unserem Leben den Dingen richtig auf den Grund zu gehen. Besser früher als zu spät. Lieber was anderes dafür ausfallen lassen und erst die Ungereimtheiten klären. Ein kleiner Gang schon kann erstaunliche Ergebnisse zu Tage fördern und uns vor so manchen Spätfolgen bewahren. Fassen wir uns also ein Herz und suchen die Menschen auf, die unseren unangenehmen Symptomen am besten auf den Grund gehen können:

 

Wen wir aufsuchen könnten und sollten, um noch heute einer Sache richtig auf den Grund zu gehen:
  • Einen Arzt
  • Einen Automechaniker
  • Einen Ehe- bzw. Partnerberater
  • Einen Anwalt
  • Einen Seelsorger
  • Einen Klempner
  • Einen Psychotherapeuten
  • Einen Suchtberater
  • Einen Detektiv
  • Einen Unternehmensberater
  • Einen Schuldenberater
  • Einen Dachdecker
  • Einen Versicherungskaufmann
  • Einen Schädlingsbekämpfer
  • Einen Tiefseetaucher

© Encourager68 (April 2014)

 

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6 Antworten zu Den Dingen richtig auf den Grund gehen – bevor es zu spät ist …

  1. kathi84 schreibt:

    Gute Besserung Deinem Knie!

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