Zeit, aufzuräumen und das eigene Leben zu entrümpeln …

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Mein Schreibtisch vor der Entrümpelung … – Foto: encourager68


Vor ein paar Tagen wird es mir einfach zu bunt. Mein Schreibtisch quillt schon über – voll von Briefen, von gelben und weißen Notizzetteln, Bücherstapeln, Plastikdosen, Tassen, Papieren, einer Unmenge von Kleinkram aller Art sowie von einer unangenehmen Staubschicht (siehe Beweisfoto oben). Über Wochen hinweg bin ich nicht dazu gekommen, all dieses Zeug mal aus dem Weg zu räumen bzw. zu entsorgen. Oder besser gesagt: Ich räumte es nicht aus dem Weg, weil ich mir ziemlich gewiss war, dass ich all diese Sachen schon bald wieder dringend brauchen könnte. Und so sammelte ich … und sammelte … und sammelte – bis mein Schreibtisch dermaßen zugestellt, vermurkst und vermüllt war, dass ich mich bei meiner Arbeit immer unwohler fühlte. Sozusagen: immer bedrängter und eingezwängter. Mir fehlte sozusagen immer mehr die Luft zum Atmen. All die kleinen und zerknüttelten Zettel erinnerten mich ständig an dutzende von wichtigen und unwichtigen und unerledigten Terminen, Aufgaben und Aufgäbchen. Das fühlt sich alles irgendwie beklemmend an. Irgendwie belastet dieser Zustand ständig unterschwellig mein Gemüt. Alles fühlt sich zwar irgendwie angepackt, aber doch unerledigt an. Es schwebt so eine Art Wolke von unheiliger Unruhe über meiner Schreibtischsphäre. Unausgesprochene Vorwürfe hallen mir ständig still und leise entgegen:


Stille, ständige und unausgesprochene Vorwürfe …
  • ‚Hast Du dies schon gemacht? Und das?‘
  • ‚Vergiss nicht den Termin auf Zettel 23.‘
  • ‚Mensch, diesen Brief hast Du immer noch nicht beantwortet.‘
  • ‚Die Telefonnummer da musst Du noch abspeichern.‘
  • ‚Mensch, Du wolltest doch vorgestern schon XY angerufen haben.‘
  • ‚Mit dem Kapitel von Buch Z bist Du immer noch nicht durch.‘
  • ‚Du hast die Karteikarten noch nicht einsortiert.‘
  • ‚Aus der Zeitschrift dort wolltest Du doch noch ein Zitat rausschreiben.‘
  • ‚Das Antragsformular liegt ja immer noch unausgefüllt in der Ablage.‘

ach schrecklich, solch einen unsichtbaren ‚Mitarbeiter‘ ständig neben sich am Schreibtisch sitzen zu haben. Er ist dauernd am Nörgeln, ständig am Erinnern. Mit seinem ganzen Zettelkram übt er permanent Druck auf mich aus. Er erinnert mich ständig an meine lange To-do-Liste und nervt mich bis in die späten Abendstunden hinein. Dabei agiert er unbarmherzig. Gnade scheint nicht gerade seine Stärke zu sein 🙂

Nun gut. Die Zeit ist reif, diesem stillen Mitarbeiter endlich einmal seine Grenzen aufzuzeigen. Also fasse ich mir ein Herz und dazu den folgenden Entschluss: Jetzt oder nie! Der Schreibtisch wird entrümpelt – heute oder gar nicht. Gesagt – und getan. Ich beginne mit diesen giftigen, kleinen, gelben Klebezetteln, die mich schon so lange mit kleinen, giftigen Erinnerungen und Aufgaben bombardiert haben. Beim Durchforsten derselben merke ich: Mein Gott, das ganze Zeug ist ja schon seit Wochen nicht mehr aktuell. Herrlich! Ein Zettelchen nach dem anderen verschwindet daraufhin in meinem Papiermüll. Diese erste Aktion stärkt meine Motivation. Jetzt geht es dem abgestellten (und bereits ziemlich unangenehm verstaubten) Krimskram ans Schlawittchen. Die Tupperboxen verschwinden, dazu all die liegengebliebenen Stifte, Visitenkärtchen, Dosen, (leere!) Geldsäcke und alte Briefumschläge. Endlich packe ich auch den dicken Bücherstapel beiseite und positioniere ihn dort, wo er hingehört – ins Bücherregal. Schließlich säubere ich die freigewordenen Schreibtischflächen mit einem Staubwedel und danach mit einem feuchten Lappen. Schon nach etwa 20 Minuten sitze ich vor dem Ergebnis: Ein wunderschön aufgeräumter, ordentlicher und sauberer Arbeitsplatz. Hier das hübsche Beweisfoto:


Bild… und mein Schreibtisch nach der Entrümpelung! – Foto: encourager68


Ich denke, das kann sich sehen lassen. Es fühlt sich auch ziemlich gut an in meiner Seele. Was solch eine kleine Aktion alles bewegen kann! Ich frage mich im Nachhinein: Warum habe ich mit dieser Entrümpelungsaktion um Himmels willen nur so lange gewartet? Naja, solche Müllaktionen schiebt man eben mal gerne vor sich her. Aber jetzt will ich zeitnaher agieren und dranbleiben. Damit nicht wieder überall diese Zettel- und Bücherhäufchen in den Schreibtischhimmel wachsen. Solch eine Schreibtischentschlackung kann ich euch nur empfehlen. Vielleicht steht diese Aktion auch schon länger bei euch auf der To-do-Liste. Wenn man’s hinter sich hat, fühlt man sich viel, viel besser. Folgende Auswirkungen kann solch eine Aktion haben:


Was mir solch eine Entrümpelungsaktion bringen kann …
  • 1. Sie kann mein Leben entschlacken helfen.
  • 2. Sie hilft mir, unter Abgeschlossenes und Liegengebliebenes endlich einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen.
  • 3. Sie lässt mich wieder auf- und durchatmen.
  • 4. Sie schärft meinen Blick fürs Wesentliche.
  • 5. Sie verschafft mir mehr Zeit und Übersicht.
  • 6. Sie verhilft mir zu mehr Konzentration.
  • 7. Sie gibt mir das Gefühl, nicht nur einen aufgeräumten Schreibtisch, sondern auch eine aufgeräumte Seele zu haben.
  • 8. Sie verleiht mir Freiraum für neue Ideen und Inspirationen.
  • 9. Sie öffnet mir wieder vermehrt den Blick für Zukünftiges.
  • 10. Sie schont meine Lungenflügel – weil ich jetzt 90 % weniger aufgewirbelten Staub einatme 😉


Hier noch einige Inspirationen von mir, wo wir alle heute mal so richtig aufräumen und entmüllen könnten (wenn heute der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist und es so richtig ‚dran‘ ist):


Wovon ich mein Leben heute entrümpeln könnte …
  • von echtem Müll in meiner Wohnung / in meinem Zimmer
  • von verstaubten Büchern, in die ich sowieso nie wieder reinschauen werde
  • von alten Elektrogeräten, die schon vor Jahren ihren Geist aufgegeben haben
  • von nutzlosen Unterlagen, die längst verjährt sind und niemanden mehr interessieren
  • von schön verpackten Kartons mit Zeugs, das ich schon jahrelang nicht mehr brauchte
  • von leeren Gläsern, die ich für nichts und wieder nichts aufgehoben habe
  • von langweiligen Veranstaltungen, zu deren Besuch ich mich in letzter Zeit zwingen musste
  • von langjährigen ‚Bekanntschaften‘, die mich mehr belastet als bereichert haben
  • von überflüssigen Mitgliedschaften, die aktuell ihren Sinn in meinem Leben verlieren
  • von wohlgehüteten Speisen, die schon mehr als drei Jahre in meiner Speisekammer unangetastet überdauerten
  • von gehorteten Kleidungsstücken, die mir schon seit sieben Jahren weder gefallen noch passen
  • von all dem Krimskram, den ich in allen möglichen Ecken meiner vier Wände sinnlos angehäuft und gelagert habe
  • von unzähligen Verpackungen und Kartons, die einfach nur noch in den Papiermüll gehören

Viel Mut & Erfolg euch bei der einen oder anderen Aktion!

PS. Und wenn ihr Lust habt, schreibt hier mal von euren Erlebnissen & Ergebnissen.


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