4. April: Gibt es für uns das absolute Glück im Leben? (Teil 2)

Bild

Hundertwasser-Fliesenmosaik auf dem Herren-WC im Bahnhofsgebäude Uelzen – Foto: Markus Wehrstedt

(Fortsetzung von gestern)

Ich glaube, das absolute Glück gibt es gar nicht. Denke mir immer, dass ich mich nur selbst lieben müsste, dann ist alles gut.“

Nun, das absolute Glück existiert wohl eher nicht hier für uns auf Erden (vgl. meinen Beitrag von gestern vom 3. April 2014). Dazu ärgern uns einfach zu oft zu viele kleine und große Stimmungshemmer – das sind kleine Unglücke, gewisse Missgeschicke, bestimmte Mitmenschen und unangenehme Situationen.

Aber: All diesen Stimmungshemmern stehen ja meistens auch einige Glücksmomente in unserem Alltag gegenüber. Sie bieten all den Gründen, die uns missmutig machen können, ordentlich Paroli. Welche sind Deine aktuellen und besonderen Glücksmomente? Was fällt Dir zuerst ein, wenn Du gefragt wirst:

  • Was macht Dich zufrieden und glücklich?
  • Worauf freust Du Dich am meisten?
  • Wovon träumst Du am liebsten?

Einige meiner besonderen und persönlichen Glücksmomente sind aktuell:

  • mich in die Sonne setzen und dabei tolle Bücher lesen
  • meine Blogbeiträge schreiben
  • Sport treiben (laufen + schwimmen)
  • mit Zahlen und Statistiken arbeiten (z.B. Buchführung)
  • tiefe Gespräche führen

Diese Momente helfen mir tatsächlich, über so manchen täglichen Ärger hinwegzukommen. Wirklich. Sie sind in der Lage, so manchen unangenehmen Stimmungshemmer umgehend zu eliminieren. Ich erachte sie wirklich als tragfähige ‚Säulen des Glücks‘, auf denen ich mein Lebenshaus aufbauen kann.

Aber: Sind das schon alle meine Argumente, zufrieden durchs Leben zu gehen? Und wirken sie immer wieder stark genug, um all meinen Unzufriedenheiten überwältigend entgegenzutreten? Können sie das ‚Machtspiel‘ gegen alles Unglückliche jeden Tag neu für sich entscheiden? Oder gibt es nicht vielleicht noch viele andere Gründe, weswegen ich in Bezug auf mein Dasein positiv ins Staunen geraten könnte? In meinem gestrigen Beitrag schrieb ich am Ende:

Aber ich glaube, es gibt so einen Punkt, an dem die Glücksmomente im eigenen Leben die ‘Stimmungshemmer’ überwiegen können. Und ich denke, von da an fühlt sich ein Mensch einigermaßen zufrieden bzw. glücklich. An welche Glücksmomente ich dabei denke, verrate ich euch beim nächsten Mal.“

Und diese besagten Glücksmomente, an die ich gestern schon dachte, will ich euch nun nennen. In den Sinn kamen mir nämlich all die kleinen, für mich oftmals eher gewöhnlichen und eher unscheinbaren Geschenke des Glücks. Nämlich genau diejenigen, die mir oft so selbstverständlich erscheinen und die viele andere Millionen von Menschen während ihres ganzen Lebens (fast) nie genießen können, z.B.:

Die eher gewöhnlichen und unscheinbaren Geschenke des Glücks:
 
  • Ich habe genug und tolle Sachen zu essen und kann mir fast alles Nahrhafte leisten.
  • Ich habe ein Dach über dem Kopf und einen privaten Raum, um mich jederzeit zurückziehen zu können.
  • Mir steht immer sauberes Wasser zur Verfügung, und ich kann mich jederzeit duschen.
  • Ich habe immer Geld für das nötigste zur Verfügung.
  • Ich habe Freizeit zum Sonnen, Sporttreiben, Freunde besuchen etc.
  • Ich habe ein eigenes Notebook und kann mich z.B. bei Facebook engagieren etc.
  • Ich kann jederzeit kostenlos einen Arzt konsultieren. Schon das ist der Hammer.
  • Ich muss in meinem Heimatland (derzeit) keinen Bürgerkrieg fürchten.
  • Ich werde (aktuell) nicht verfolgt, betrogen oder verleumdet.
  • Ich kann fast überall hingehen, wohin ich möchte. Fast grenzenlose Freiheit.
  • Ich habe einen Job, in dem ich glücklich bin.
  • Ich kenne viele tolle Freunde, zu denen ich jederzeit hinfahren könnte.
  • Ich habe eine prima Familie, mit deren Unterstützung ich immer wieder rechnen kann.
  • Ich lebe mit einer wunderbaren Natur hier in Deutschland und darf dieselbe fast unbegrenzt genießen.
  • Ich kann mich Tag und Nacht am Vogelgezwitscher und am Frühling erfreuen.
  • und manches mehr 🙂

Hier merke ich, wie sehr doch die Glücksmomente in meinem Leben tatsächlich überwiegen. Ich muss sie mir nur immer wieder klarmachen und ins Gedächtnis rufen – und schon habe ich Grund genug, zufriedener und glücklicher zu sein. Wir sollten uns viel häufiger all diese fantastischen Geschenke des Lebens in Erinnerung rufen – am besten schon morgens beim Aufwachen im Bett. Mit dieser Dankbarkeit sollten wir in jeden neuen Tag starten und uns klarmachen, wie wundervoll es uns in der Regel doch geht (trotz manchen Leides).

In einem dritten Beitrag möchte ich euch noch zeigen, wie sich unser aktueller Glücksquotient berechnen lässt. Wie meine Glücksformel dazu ausschaut, werde ich euch vermutlich morgen mitteilen. Lasst euch überraschen.

(Fortsetzung folgt)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ermutigung, Persönlichkeit abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu 4. April: Gibt es für uns das absolute Glück im Leben? (Teil 2)

  1. kathi84 schreibt:

    Absolutes Glück – das klingt ziemlich verlockend, aber sind wir mal ehrlich, alles was absolut ist, ist nicht mehr steigerungsfähig, wird auf Dauer also eintönig und langweilig und das kann nicht glücklich machen. Lieber viele kleine Glücksmomente, die in jenem Augenblick perfekt waren, jedes anders und besonders auf seine Art. Diese vielen kleinen Glücksmomente finde ich erstrebenswerter als das „absolute Glück“, wenn es das denn überhaupt gibt. Und Glück empfinden kann man nur, wenn davor eine Phase von weniger Glück, Pech oder gar Unglück stattgefunden hat. Und deshalb finde ich es wichtig, dass es diese Hochs und Tiefs im Leben gibt, nur dann realisiert man das Glück doch erst. Und Du hast es ganz richtig erkannt, dass die „unscheinbaren Geschenke des Glücks“ Glück sind, wir müssen sie uns nur vor Augen halten oder uns die Phasen im Leben in Erinnerung rufen, die nicht so glücklich waren, dann schätzen wir unser „Glück“ im Hier und Jetzt um so mehr. Danke, für diese wichtige Erinnerung!

    • mwehrstedt schreibt:

      Genau, Kathi, so denke ich auch! Gerade die Abwechslung und Bewegung macht ja unser Leben aus. Ohne Nacht gäbe es keinen Tag, und ohne Ebbe wäre keine Flut. Licht gibt es nur da, wo auch Schatten sind, und Wärme kennt nur der, der auch mal gefroren hat. Also, lieber lebendige Komplementarität als eintönige und statische Perfektion. Die kleinen hübschen Glücksmomente machen es uns täglich so angenehm zu leben. Also, ran an die heiße Tasse Kaffee, einmal in die Weite schauen, tief durchatmen und ‚danke‘ sagen, dass wir diese Welt um uns haben und in ihr weben & leben durfen. Danke für Deine Worte!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s