28. März: Encourager-Stiftung – Rückblick „Flüchtlingshilfe in Athen“ (Juni 2013)

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Glückliche Flüchtlinge auf einem Sommercamp – Foto: http://www.wortundtat.de/wortundtat/de/sommercamp_fuer_fluechtlinge.php

P 211: Wort und Tat e.V. – Versorgung von Flüchtlingen in Athen (Griechenland) (EUR 430)

Es ist zwar schon fast ein Jahr her, aber trotzdem der Erinnerung wert: Im Juni 2013 spendete die Encourager-Stiftung 430 Euro an den Verein „Wort und Tat e.V.“ in Essen. Bestimmt war das Geld für die Versorgung von Flüchtlingen, die nach langen und schlimmen Odysseen in Athen in Griechenland gelandet und gestrandet waren. Bei diesen Menschen aus Ländern wie Afghanistan, dem Iran und Irak und Syrien handelt es sich meist um politisch oder religiös Verfolgte. In Griechenland erleben sie häufig Verachtung und Ignoranz. Denn die griechische Bevölkerung hat derzeit selbst unter der schlechten wirtschaftlichen Situation heftig zu leiden.

Überhaupt berühren mich die unzähligen Schicksale der unzähligen Flüchtlinge weltweit. Zu oft schauen wir weg, wenn ihre Not in den Medien thematisiert wird. Dabei handelt es sich so oft um unschuldige und bemitleidenswerte Frauen, Männer und Kinder. Folgende Flüchtlingszahlen veröffentlichte kürzlich die UNO-Flüchtlingshilfe:

„Derzeit befinden sich weltweit fast 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. 15,4 Millionen von ihnen gelten nach völkerrechtlicher Definition als Flüchtlinge. Vier von fünf Flüchtlingen (80 Prozent) leben in Entwicklungsländern, da die meisten Flüchtlinge lediglich in ein angrenzendes Nachbarland fliehen. Den weit größeren Teil – 28,8 Millionen – bilden jedoch sogenannte Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons – IDP). Sie fliehen innerhalb ihres eigenen Landes, ohne dabei internationale Landesgrenzen zu überschreiten.“ (Quelle: http://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten.html)

Insgesamt also 45,2 Millionen Menschen, die sich weltweit in irgendeiner Weise auf der Flucht befinden und mitunter Häuser, Familien, Grundstücke, Freunde, Verwandtschaft, gute Jobs, Heimatgefühle und viele gute Erinnerungen zurücklassen mussten – eine Traumatisierung, die wohl nur diejenigen wirklich nachempfinden können, die sie selbst durchlebt haben.

Unserem kleinen Encourager-Team liegt es deshalb am Herzen, solchen Menschen in ihrer z.T. grenzenlosen Not beizustehen. Was uns im letzten Jahr beeindruckte, war das Engagement des deutschen Vereins „Wort und Tat e.V.“ (WuT) für Flüchtlinge in Athen. Diese Menschen hatten in Griechenland zum großen Teil keinen Zugang zu ärztlicher Behandlung. So wird auf der Website des Vereins berichtet:

„Experten, die einen Überblick über die allgemeine medizinische Versorgung der griechischen Bevölkerung haben, berichten von einer sich stetig verschlechternden Situation. Sie erklären, dass „gesundheitliche Leistungen nur noch bei erheblicher Eigenbeteiligung erbracht werden, eine Hürde, die für große Teile der Bevölkerung unüberwindbar geworden ist“ (Ärzte der Welt). Noch komplizierter ist die Situation für Flüchtlinge. Sie leben vielmals nur geduldet oder mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus in der griechischen Hauptstadt. Und sie erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung, wenn sie medizinische Hilfe benötigen. Oft haben sie zudem Angst, mit Behörden oder offiziellen Ansprechpartnern in Kontakt zu treten. So versuchen sie, sich selbst zu helfen oder verschleppen Krankheiten mit oft nur schwer zu behandelnden Folgen.“ (http://www.wortundtat.de/wortundtat/de/medizinisches_zentrum_athen.php)

Eine Tragödie für die meisten Mütter und Väter, wenn sie ihren Kindern keine kompetente Hilfe bieten können. Hier sprang WuT in die Bresche:

„Hellenic Ministries, unser Partner in Griechenland, hat diese Menschen in der Vergangenheit vereinzelt zu Ärzten begleitet, die zu helfen bereit waren. Diese Begleitung war jeweils sehr zeitaufwendig und brauchte zuvor oft viel Überzeugungsarbeit bei den Flüchtlingen. Im Jahr 2012 fand Hellenic Ministries gemeinsam mit wortundtat ein Gebäude, in dem ein medizinisches Angebot aufgebaut werden konnte. Dort werden mittlerweile Kinder und Frauen von Fachleuten versorgt. Ein Kinderarzt und ein Gynäkologe untersuchen die Bedürftigen, verordnen Medikamente und überwachen den Heilungsprozess. Nahezu alle Untersuchten sind behandlungsbedürftig. Viele Kinder haben extrem schlecht versorgte Zähne, und ihnen ist anzusehen, dass sie nicht ausreichend zu essen bekommen.“ (Ebd.)

Das muss echt als eine Form von Erlösung für die vielen Mütter empfunden worden sein. Endlich Menschen, die ihnen und ihren behandlungsbedürftigen Kindern ohne Unkosten medizinisch helfen! Aber das ist noch nicht alles. Den Flüchtlingen werden Gemeinschaft, Sprachunterricht und Mahlzeiten angeboten:

„Neben den Arztpraxen ist in dem Gebäude auch Platz für ein Betreuungs- und Lernangebot für Kinder und für eine Frauen-Begegnungsstätte. Beides wird ausgiebig genutzt. Besonders wichtig ist der Englischunterricht, der den jungen Flüchtlingen wenigstens grundlegende Sprachfertigkeiten vermittelt. Viele der Flüchtlinge können sich nur mit Hilfe eines Dolmetschers verständlich machen, da sie in ihrer Heimat keine Fremdsprachen gelernt haben. Und griechische Schulen nehmen die Heimatlosen in aller Regel nicht auf. Darüber hinaus kann den Besuchern mit kleinen Mahlzeiten geholfen werden, und wer möchte, nimmt an den regelmäßigen Bibelstunden teil.“ (Ebd.)

Auf diese Weise können die Betroffenen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auf- und durchatmen. Die umfassende Hilfe erreicht ihren Höhepunkt im Sommer. Dann nämlich werden sog. gemeinsame „Sommercamps“ angeboten:

„Einmal im Jahr – mitten im Hochsommer, wenn die Temperaturen rund um Athen auf über 40° Celsius klettern – verbringen einige Mitarbeiter aus dem diakonischen Zentrum in Athen zusammen mit ehrenamtlichen Helfern und Flüchtlingen ein paar Tage außerhalb der Stadt. „Sommercamp“ – Sommerlager – nennen sie diese Zeit, in der die teilnehmenden Flüchtlinge den stressigen Alltag in Athen hinter sich lassen und ausspannen können. Dafür steht ihnen ein einsam gelegenes, mit einfachen Blockhütten ausgestattetes Gelände zur Verfügung. Es gibt dort wenig Luxus jedoch viel Nähe zur Natur. Außerdem hat das Areal bei dem kleinen Ort Skroponeria direkten Zugang zum Meer und bietet den Vorteil, dass die Flüchtlinge dort überhaupt nicht das Gefühl bekommen können, dass sie stören würden. Dieser Eindruck drängt sich ihnen in der Stadt regelmäßig auf: Flüchtlinge werden von der griechischen Gesellschaft nicht mehr so wie früher geduldet. Und engagiert sich jemand für die Mittellosen, löst das immer öfter den Unmut mancher extremer politischer Gruppierungen aus.“ (http://www.wortundtat.de/wortundtat/de/sommercamp_fuer_fluechtlinge.php)

Das Foto oben beweist: Diese Menschen, die so viel durchgemacht haben, finden endlich wieder Grund zum Lachen und Feiern. Das finde ich echt großartig. Hier zeigt sich, dass die Freundlichkeit der Helfenden die Herzen der Flüchtlinge erreicht hat. Da haben wir gerne geholfen – wenn auch 430 Euro nicht die Welt sind. Aber sie sind ein Anfang und ein Zeichen gelebter Solidarität.

Wer bei diesem Projekte gerne mithelfen und mitspenden möchte:
  • Unsere Bankverbindung (SEPA): Deutschland + International
  • Encourager-Stiftung
  • SKB Bad Homburg (Deutschland)
  • BIC: GENODE51BH2
  • IBAN: DE44 5009 2100 0001 3111 31
  • Verwendungszweck: “Flüchtlinge Athen“
  • Wichtig: Ihre/eure Spende wird zu 100 % ohne Abzüge an „Wort und Tat e.V.“ weitergeleitet!
  • Webseite: http://www.encourager-stiftung.de

 

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