Rückblick: Encourager-Stiftung hilft bei der Traumabewältigung von Kindern – Drei Jahre nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan (2011)

Bild

Schwere Zerstörung in Kamaishi (2011) (Foto: http://www.global-care.de)

Drei Jahre sind seit dem Erdbeben, dem nachfolgenden Tsunami und der Reaktorkatastrophe in Japan vergangen. Die Schreckensnachrichten über die verheerenden Schäden und Folgen haben die Welt in Atem gehalten. Mittlerweile haben sich die Medien längst anderen Themen auf der politischen Weltbühne zugewandt.“ (http://global-care.de/index.php?option=com_content&view=article&id=429&Itemid=585)

Ja, mehr als drei Jahre ist es nun schon her. Am 11. März 2011 bebte die Erde vor der japanischen Ostküste unfassbar heftig. Die Bewohner Japans erlebten das schwerste Erdbeben seit Beginn ihrer Aufzeichnungen (mit einer Stärke von 9,0 auf der sog. Richterskala). Dabei riss die Erdkruste auf einer Länge von 400 km bis in eine Tiefe von 60 km auf. Die betroffenen Erdplatten verschoben sich angeblich bis zu 27 Metern in der Horizontalen (also zur Seite) und bis zu 7 Metern in der Vertikalen (also nach oben und unten). Die gesamte japanische Hauptinsel wurde 2,4 Meter nach Osten bewegt.

Zwischen 3 und 5 Minuten dauerte das Hauptbeben. Die Energien, die dabei freigesetzt wurden, übertreffen unser menschliches Vorstellungsvermögen. Dieselben hätten den gesamten Weltenergiebedarf aus dem Jahr 2010 insgesamt 77 mal übertroffen. Das Beben hatte damit eine Sprengkraft von unglaublichen 780 Millionen Hiroshima-Atombomben (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_in_Japan_2011).

Das Seebeben löste außerdem einen gewaltigen Tsunami von bis zu 10 Meter Höhe aus (teilweise und lokal sogar bis zu 38 Meter Höhe!). Es folgte die schlimme Nuklearkatastrophe von Fukushima. 18.537 Menschen wurden im Laufe der folgenden Wochen als verstorben gemeldet. 2.654 davon konnten bis heute nicht gefunden werden. 375.000 Gebäude wurden schwer beschädigt oder ganz und gar zerstört.

Die damalige Megakatastrophe löste weltweit viel Mitgefühl aus. Obwohl Japan zu den großen und reichen Industrienationen dieser Welt gehört, nahm die Spendenbereitschaft enorme Ausmaße an. Auch wir als Mitarbeiter der Encourager-Stiftung (www.encourager-stiftung.de) baten um Solidarität mit den betroffenen Opfern. Die gesammelten 2.535 Euro leiteten wir im April 2011 an das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care (Fritzlar bei Kassel) weiter. Von dort wurde das Geld in Japan für die Katastrophenhilfe sowie für den Wiederaufbau eines Kindergartens in Kamaishi verwendet. Die MitarbeiterInnen von KHW Global-Care sind auch drei Jahre später noch vor Ort aktiv. Sie berichten:

Unsere Hilfsmaßnahmen dauern an und sollen den traumatisierten Menschen in Kamaishi helfen, in den Alltag zurückzufinden. Die Küstenstadt Kamaishi befindet sich in der Präfektur Iwate im Nordosten des Landes auf Honshu, der Hauptinsel Japans. Fast 3 % der 39 000 Einwohner kamen durch das Erdbeben und die über 9 Meter hohe Tsunami-Welle ums Leben. 80 % der bewohnten Fläche wurde zerstört. Die Bewältigung der Schäden ist selbst für ein hochentwickeltes Land wie Japan eine große Herausforderung. Unser Kinderhilfswerk finanziert die Innenausstattung und einen Spielplatz für die Kindertagesstätte Kamaishi, die durch den Tsunami komplett zerstört wurde und im Auftrag der Stadt neu gebaut wird. Das neue Gebäude wird in ausreichender Entfernung zur Küste stehen. Aus Kostengründen wurde der Bau der Tagesstätte in Kombination mit einem Häuserkomplex und einem Gemeindezentrum ausgeschrieben. Bisher verliefen die Ausschreibungen erfolglos, weil Angebote wieder zurückgenommen wurden oder zu teuer waren. Im Januar 2014 hat die Stadtverwaltung die Richtlinien für die Auftragsvergabe geändert. Die Ausschreibung soll nur noch separat für die Tagesstätte erfolgen, damit ein Betrieb ab April 2015 sichergestellt ist. Im Baugewerbe in der gesamten Präfektur gibt es nach wie vor einen gravierenden Mangel an Maschinen, Material und Personal. Der Bürgermeister hat sich entschuldigt für die Verzögerung und mehrfach betont, wie wichtig die neue Tagesstätte für die Kinder und Familien in Kamaishi ist.“ (AaO, s.o.)

BildTrauma-Bewältigung der Kinder (Foto: www.global-care.de)

So läuft auch bei großen Hilfsmaßnahmen nicht immer alles glatt. Aber verständlich: Bei den gewaltigen Gesamtschäden kann natürlich nicht alles auf einmal bewältigt werden. Sehr ermutigend finde ich jedenfalls auch den Versuch, besonders bei den betroffenen Kindern für eine Trauma-Bewältigung zu sorgen:

Auch in 2013 fanden regelmäßig Therapien mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Trauma-Bewältigung für die Kinder, Familien und das Personal der Kindertagesstätte statt. Bei der Touch-Care-Therapie wird Wert darauf gelegt, dass vor der therapeutischen Beratung zuerst die körperlichen Verspannungen gelöst werden müssen. Bei den Mitarbeitern lagen z. B. ausgeprägte Verspannungen im Nacken- und Halsbereich vor, die sie gar nicht wahrgenommen bzw. als normal empfunden hatten. In den Kursen lernten sie Massagetechniken und waren begeistert über die wohltuende spürbare Hilfe. Mehrmals in 2013 wurden Musiktherapien und Kurse des therapeutischen Theaters für die Kinder mit Rollen- und Kreisspielen, verkleiden, Gesprächen und Bildergeschichten durchgeführt. Alle Kurse werden von qualifizierten, zertifizierten Therapeuten durchgeführt.“ (Ebd.)

Bild

Beate Thomé (KHW Global-Care) und Markus Wehrstedt (Encourager-Stiftung) bei einem Treffen in Fritzlar (Foto: Encourager-Stiftung)

So bedankt sich das gesamte Team von KHW Global-Care für alle Teilnahme und alles Mithelfen:

Vielen Dank, im Namen der Kinder und Familien in Japan für Ihre wertvolle Unterstützung! Wir freuen uns, dass wir gemeinsam notleidenden Menschen eine Perspektive für ihr Leben nach der Katastrophe geben können.“

Und auch wir von der Encourager-Stiftung bedanken uns sehr bei unseren Freunden und Spendern. Ihr habt wirklich kräftig mitgeholfen, die Not und das Leid der betroffenen Opfer ein wenig zu lindern. Heute können sie wieder hoffnungsvoller in die Zukunft schauen.

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Encourager-Stiftung, Ermutigung, Krankheit / Tod, Natur / Schöpfung, Teilen / Solidarität abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Rückblick: Encourager-Stiftung hilft bei der Traumabewältigung von Kindern – Drei Jahre nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan (2011)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s