11. März: Faire Glaubenszweifel sind freundlich, wahrhaftig und gut – Ein kleines ‚Coming out‘

BildFaire Glaubenszweifel sind freundlich, wahrhaftig und gut! So denke ich jedenfalls heute. Mein persönlicher Glaube hat bereits eine recht lange Entwicklung hinter sich. Heute feiere ich bereits meinen 30. Tauftag! 30 Jahre sind es schon – kaum zu glauben. Am 11. März 1984 wurde ich in der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Bad Arolsen (damals noch ohne „Bad“) aufgrund des Bekenntnisses meines Glaubens an Jesus Christus in die Gesamtgemeinde Korbach/Arolsen/Waldeck hineingetauft. Die Predigt hielt damals – sofern ich mich richtig erinnere – Pastor Dieter Vogt. Die Taufe vollzog Pastor Jürgen Lederich.

30 Jahre sind seitdem ins Land gegangen – und mein Glaube hat sich wundervoll fortentwickelt (wie ich finde). Er ist meines Erachtens tiefer, gesünder, aufrichtiger, vernünftiger, herausfordernder und weiser geworden. 30 Jahre – eine ganze Generation von Glaubenserfahrungen liegt hinter mir. Ganz besonders wichtig erscheint mir heute, dass mein Glaube ein fairer Glaube ist. Was meines Erachtens ein wirklich fairer Glaube ist, habe ich einmal – nämlich genau vor einem Jahr am 11. März 2013 – in einer E-Mail in Worte gefasst. Diese E-Mail schrieb ich als eine Antwort auf ein Schreiben einer Mitarbeiterin, die für ein deutsches, christliches Hilfswerk tätig war. Heute – zur Feier des Tages – möchte ich diese E-Mail hier veröffentlichen. Für mich ist es auch so etwas wie ein kleines ‚Coming out‘. Doch lest selbst, was mir vor einem Jahr schon so wichtig erschien und was auch heute noch von wesentlicher Bedeutung für mich ist:

Faire Glaubenszweifel sind freundlich, wahrhaftig und gut!

[…] Nun noch schnell ein paar Gedanken zum Thema ‚Glauben und Wissen‘: Von den eigenen Glaubenserfahrungen zu erzählen, finde ich sehr okay. Allerdings sollten wir bedenken, dass es sich dann eben immer um Erfahrungen des Glaubens (!) handelt – also nicht um Dinge, die sich nachweislich hier und heute beweisen lassen. Sonst wären es ja auch keine Glaubenserfahrungen, sondern wissenschaftlich belegte Erkenntnisse 🙂 Bei Glaubenserfahrungen können wir uns also nie 100-prozentig sicher sein, dass sie auch ganz und gar der Wahrheit bzw. Wirklichkeit entsprechen. Und das müssen wir uns – wollen wir wirklich ehrlich, wahrhaftig und fair bleiben – immer eingestehen. Ich selbst kann subjektiv einer Sache sehr gewiss sein – z.B. mich von Gott geliebt fühlen. Eine solche persönliche Gewissheit bedeutet aber noch lange nicht, dass es auch tatsächlich so ist. Sonst müssten ja alle subjektiven Empfindungen, Gefühle und Eindrücke, die wir haben, automatisch und tatsächlich wahr sein. Ein Mensch, der sicher glaubt, ein Huhn zu sein, ist damit noch lange kein Huhn. Ich denke einfach, dass die meisten evangelikalen Christen an dieser Stelle nicht wirklich fair sind. Würden sie wirklich mutig und redlich sein, würden sie sich und anderen gegenüber eingestehen, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass ihr gesamtes Glaubensgebäude unter Umständen gar nicht der Wirklichkeit entspricht. Es könnte durchaus nur zum Teil wahr sein – oder ganz und gar eine bloße Einbildung. Wer nicht einmal diese Möglichkeit (!) in Betracht zieht, ist weder mutig noch fair, finde ich. Denn in wie vielen Vorstellungen und Annahmen haben wir uns schon gründlich getäuscht! Wir sind ja nur Menschen. Wer aber weder mutig noch fair ist, wird sehr wahrscheinlich nicht die Wahrheit verkünden. So denke ich jedenfalls heute. Auch wenn unsere Sehnsucht nach ‚übernatürlichen Sicherheiten‘ (z.B. ewiges Leben) noch so groß und verständlich ist, so sollte das kein Grund sein, auch unserer menschlichen Wirklichkeit, Subjektivität und Begrenztheit mutig ins Auge zu schauen.

Nun kommt bei den meisten evangelikalen Christen die Bibel ins Spiel. Wenn nicht die eigenen Glaubenserfahrungen, so soll doch die Bibel der Garant für die Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit der christlichen Dogmen sein. Aber was soll denn ‚die‘ Wahrheit der Bibel sein??? Alle biblischen Aussagen sind doch in mannigfaltigerweise auslegbar. Schon einzelne griechische oder hebräische Worte sind schillernde Begriffe. Wer will denn wissen, wo genau was und wie von wem gemeint gewesen ist und was es heute für uns zu bedeuten hat??? Deswegen ja auch die tausendfachen Streitereien schon seit 2000 Jahren und länger. Weil es eben keine (!) eindeutige Auslegung gibt – an keiner Stelle der Bibel. Es hängt ja immer davon ab, wie wir es subjektiv verstehen. Und jeder Mensch ist anders und versteht deshalb auch anders als andere, denke ich. Es gibt hier kein rettendes Ufer der Objektivität.

Für mich ist es außerdem sehr wichtig geworden, die Bibel nicht als inspiriertes, unfehlbares Wort Gottes anzusehen. Das klingt vielleicht jetzt hart für Vertreterinnen und Vertreter eines eher konservativen oder frommen Glaubens, aber ich möchte gerne ehrlich sein. Tatsächlich stelle ich alles in der Bibel mit freundlichem, ehrlich suchendem, herzhaftem und prüfendem Blick infrage. Ich glaube vielmehr, dass die Bibel aus Zeugnissen von Menschen besteht, die glaubten, auf ihre bestimmte Art und Weise einem lebendigen Gott begegnet zu sein. Sie ist m.E. ein Konglomerat aus verschiedensten Glaubenserfahrungen und Glaubensüberzeugungen. Sie ist deshalb auch so vielfältig, so spannend zu lesen, so wertvoll, so poetisch, so inspirierend, mitunter sehr geschichtsbetont, manchmal ziemlich verrückt, tröstend, provokativ, ermahnend und ermunternd, begnadigend und heftig richtend, geheimnisvoll, mitunter bezaubernd und verzaubernd. So bereichernd sie auch daherkommt, bleibt sie dennoch für mich zuerst und zuletzt ein Zeugnis von Menschen – und damit durch und durch menschlich (was gar nicht schlimm ist). Möglicherweise spricht auch ein geheimnisvoller Gott durch die vielen Zeilen oder ein ‚Geist Gottes‘ (was ich durchaus für möglich halte). Aber niemand kann das genau wissen. Das ist doch der springende Punkt. Deswegen sollten Christen besser sagen: „Ich fühle mich durch viele Stellen in der Bibel durch einen geheimnisvollen Gott angesprochen. Aber ich weiß nicht genau, wer oder was mich da anspricht. Ich will es deshalb einfach geheimnisvoll belassen und aus meinen Erfahrungen keine unhinterfragbaren Dogmen machen. Ich belasse es bei einem persönlichen, offenen und gleichzeitig geheimnisvollen Glauben.“

Aufgrund dieses meines Bibelverständnisses kann ich auch nicht mit Sicherheit annehmen, dass Jesus leibhaftig auferstanden ist. Vielleicht ist er es tatsächlich. Warum nicht. Aber vielleicht eben auch nicht. Vielleicht machten die Jünger damals so verrückte und eigenartige Erfahrungen, dass sie fest glaubten, dass es so geschehen sei. Aber es ist doch wunderbar, das einfach offen zu lassen. Für mich jedenfalls bricht keine Welt zusammen, wenn Jesus damals ’nur‘ ein normaler wundervoller und begnadeter Mensch war, der nur im Glauben der Jünger auferstand. Der ‚Himmel‘ könnte trotzdem nach dem Tod auf uns warten – wie immer er auch aussehen mag, wenn es ihn geben sollte 🙂

Der Text über den zweifelnden Thomas [vgl. Joh 20,24-31] könnte auch eine später hinzugefügte Geschichte der Gemeinde sein. Wer weiß das schon. Ich glaube jedenfalls, wir alle würden sehr staunen, wenn wir erfahren würden, was wirklich damals um die Kreuzigung Jesu herum geschehen ist – wahrscheinlich war alles noch einmal ganz anders, als die meisten von uns es heute glauben :-).

Wichtig ist mir vor allem, dass wir hier fairerweise nicht zu letzt- und endgültigen Antworten kommen. Hebr 11,1 [„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“] ist tatsächlich eine neutestamentliche Einladung, an all den Glaubensaussagen von Paulus & Co. nicht zu zweifeln, sondern gewiss und mutig zu glauben. Aber genau das kann und möchte ich nicht mehr. Hoffen und glauben kann ich gut – aber ich möchte heutzutage faire Zweifel nicht mehr ausschalten. Faire Zweifel sind gut! Faire Zweifel sind fair, freundlich und wahrhaftig. Wenn faire Zweifel nicht mehr gelten dürfen, stoßen wir auch alle Wahrhaftigkeit aus dem Haus unseres Glaubens heraus. Und das kann und möchte ich nicht mehr. Dann lieber aufrichtig zweifeln :-). Etwas, was ich heute nur glauben kann, ist eben noch keine Tatsache – und wenn ich es noch so sehr glaube! Wer anderes behauptet, spricht meines Erachtens nicht die Wahrheit.

So viel dazu. Nun hoffe ich, dass meine Ausführungen Sie nicht all zu sehr durcheinander bringen. Aber ich möchte all das heute so deutlich sagen, weil in allen großen Weltreligionen Glaubensdinge für Tatsachen gehalten werden, obwohl sie (noch) völlig offen und unbewiesen sind. Das geht so nicht. Das darf nicht sein. Glauben darf ich alles. Aber ich darf meinen Glauben nicht zu einem [allgemeingültigen] unhinterfragbaren Dogma erklären.

Übrigens glaube ich, dass wir vorsichtig sein sollten, was ‚das Reden‘ Gottes betrifft. Hier handelt es sich m.E. auch erst einmal um subjektive Eindrücke und Deutungen von Geschehnissen, die so auch Atheisten oder Andersgläubige erfahren. Vielleicht ’spricht‘ ein Gott auch durch bestimmte Ereignisse. Durchaus. Aber vielleicht auch nicht. Auch hier sollten wir möglichst fair, kritisch, gelassen, mutig und freundlich bleiben 🙂

So wünsche ich Ihnen für heute gute Planungen und die Gewissheit, weiterhin einen sinnvollen und erfüllten Lebensweg zu gehen. […] Alles Liebe Ihnen für die kommenden Tage und Wochen, herzlichst, Markus Wehrstedt“ 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ermutigung, Glaube abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Antworten zu 11. März: Faire Glaubenszweifel sind freundlich, wahrhaftig und gut – Ein kleines ‚Coming out‘

  1. kathi84 schreibt:

    Sehr mutig von Dir, so offen das auszusprechen, was sich viele nicht trauen, weil sie fürchten, dann als weniger fromm oder gläubig angesehen zu werden. Ich hatte die letzte Woche einen jüdischen Begleiter auf meiner Reise und wir haben uns viel über das Judentum und das Christentum unterhalten. Auch wenn wir beide einen anderen Weg gewählt haben zu Gott zu finden, so sind wir uns doch einig, dass wir denselben Gott haben, wo doch das Alte Testament die Grundlage der drei großen Religionen bildet. Und ich finde in jeder Religion richtige Ansätze, wertvolle Einstellungen zur Lebensweise und wichtige Tugenden. Schlussendlich waren wir uns einig, dass unser gemeinsamer Gott gerade schmunzelt uns beide hier so vertraut und herzlich plaudernd zusammensitzen zu sehen, er über seinem koscheren Essen und ich mit einem christlichen Anhänger um den Hals. Das ist gelebte Völkerverständigung abseits jeglichen Fanatismus´ und stets nach dem Gebot, das uns als Menschen alle verbindet: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

    • mwehrstedt schreibt:

      Danke Dir, Kathi, für Deine Rückendeckung! Ja, es ist in theologisch-konservativen Kreisen oftmals nicht so einfach, offen die eigene Meinung zu sagen. Denn wenn du gegen geltende Dogmen oder Mehrheitsmeinungen verstößt, wirst du mitunter schnell wie ein Aussätziger behandelt – wie jemand, der vom wahren Glauben abgefallen ist. Und das selbst dann, wenn die Argumente, die du anführst, sehr freundlich, vernünftig, nachvollziehbar und gewichtig sind. So etwas kann dann in der Seele wehtun. So hast du auch irgendwie das Gefühl, mehr einer Sekte als einer befreienden und freundlichen Glaubensgemeinschaft anzugehören. Dabei kann es so bereichernd sein – wie Du es schilderst – wenn wir uns gemeinsam über unsere bisherigen Glaubenserfahrungen und Ansichten austauschen. Weil keiner von uns letzte Beweise für seine Ansichten hat, muss es einfach neugierig machen, zu hören, was ein anderer mir zu berichten hat. Und genau: Bei der gelebten Nächstenliebe finden wir wirklich spätestens ein Fundament, auf das wir gemeinsam bauen können.

  2. Muriel schreibt:

    Interessanter Standpunkt, und auch durchaus sympathisch in seiner Aufrichtigkeit.
    Ein bisschen zweifelhaft fand ich diese Unterscheidung:

    Allerdings sollten wir bedenken, dass es sich dann eben immer um Erfahrungen des Glaubens (!) handelt – also nicht um Dinge, die sich nachweislich hier und heute beweisen lassen. Sonst wären es ja auch keine Glaubenserfahrungen, sondern wissenschaftlich belegte Erkenntnisse 🙂 Bei Glaubenserfahrungen können wir uns also nie 100-prozentig sicher sein, dass sie auch ganz und gar der Wahrheit bzw. Wirklichkeit entsprechen.

    Ist das nicht weniger eine Unterscheidung, als eine Gemeinsamkeit?
    Auch wissenschaftliche Belege liefern ja höchstens mehr gute Gründe, etwas zu glauben. 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.

    • mwehrstedt schreibt:

      Danke für Deine Rückmeldung, Muriel. Zu Deiner Anfrage bezüglich meiner Unterscheidung von Glaubenserfahrung und wissenschaftlich belegter Erkenntnis: Ich gebe Dir hier gerne recht. Auch (natur)wissenschaftliche Erkenntnisse sind natürlich grundsätzlich offen für nötige Korrekturen und Verbesserungen. Aufrichtig arbeitet ein (Natur)Wissenschaftler gerade dann, wenn er (besonders in neuen Sachgebieten) seine Erkenntnisse (bzw. Hypothesen) für vorläufig ansieht und wenn er diese korrigiert, sobald es zu neuen und wesentlichen Erkenntnissen gekommen ist. In dieser Hinsicht sind natürlich auch (natur)wissenschaftliche Aussagen nie zu 100 % ‚wasserdicht‘. Aber es gibt für sie in der Regel – wie Du schon andeutest – empirisch gesehen (d.h. auf direkter Beobachtung und sinnlicher Erfahrung beruhend) bedeutend mehr Gründe für ihre Richtigkeit.

  3. Matthias Wehrstedt schreibt:

    Du gehst in Deinem „Coming Out“ m. E. nicht weit genug: Der Glaube in seiner evangelikalen Form lässt sich durch Dutzende gewichtiger Argumente quasi per Indizienbeweis eindeutig widerlegen. Es kann hieran für einen aufrichtigen und „fairen“ Menschen keinen Zweifel geben, schon wegen der wahnwitzigen Androhung einer ewigen Hölle für den größeren Teil der Menschheit. Selbst wenn es einen Gott gäbe, der allen, die ihm die Gefolgschaft verweigern, den „feurigen Pfuhl“ bereitet hat, dürfte man ihn nicht verehren, sondern müsste gegen ihn revoltieren! Klar bist Du „vom Glauben abgefallen“, wenn Du zentrale Punkte der Bibel nicht mehr glauben willst.
    Im Übrigen glaube ich auch nicht an das Argument mit der Nächstenliebe als letzter gemeinsamer Basis. Kann jemand, der den Himmel-Hölle-Wahn pflegt, einen Nicht-Gläubigen wirklich aufrichtig lieben, also ihn auch in seinem Anderssein voll akzeptieren? Doch wohl nicht, der Andere ist schließlich ein Verdammter und Anhänger des Satans, solange er nicht bekehrt ist. Der Glaube an ein jüngstes Gericht verdirbt doch die ganze schöne Nächstenliebe. Einen guten Gott können sich diese Menschen nur mit viel Verdrängung und Leugnung der Fakten zusammenlügen.

    Aber ist doch gut, dass Du mit deinen Unglauben erstmals an die Öffentlichkeit gegangen bist!

    • mwehrstedt schreibt:

      Danke, Bruder, für Deinen klaren, vehementen und gewichtigen Kommentar. Ich bin mir zwar nicht so sicher, ob sich der Glaube in seiner evangelikalen Form wirklich „quasi per Indizienbeweis eindeutig widerlegen“ lässt. Aber einen Versuch wäre es sicher wert ;-). Auf sehr wackeligen Beinen steht er allemal.

      Der große Haken an der ganzen Geschichte ist sicher genau der, wie ein ‚Gott der Liebe‘ von uns Menschen unter Strafandrohung verlangen kann, an ihn zu glauben und voll und ganz auf ihn zu vertrauen, ohne irgendwelche zwingenden Beweise für seine Existenz zu haben. Wie könnte er solch einen Unsinn von uns verlangen, wenn er ‚die Liebe‘ ist??? Das wäre in etwa so, als ob ein total liebevoller Familienvater von seinen Kindern verlangte, dass sie an einen riesigen, allmächtigen, wundervollen und unsichtbaren Teddybären glauben. Und wenn sie nicht an ihn glauben, würde er sie am Ende gewaltsam zu Tode foltern. Dieser Vater wäre nicht total liebevoll, sondern total psychopathisch und eine echte Gefahr für die Menschheit. Genauso wenig wäre dieser ‚Gott‘ liebevoll. Wie könnte er jemals Menschen dafür bestrafen, wenn sie völlig redlich an seiner Existenz zweifeln? Und Du hast recht: Man müsste gegen ihn „revoltieren“.

      Ein weiterer Knackpunkt ist der, dass es bei dieser Form des Glaubens auch nie eine echte Toleranz gegenüber Nicht- oder Andersgläubigen geben kann – weil diese als ‚Sünder‘ ja gerade nicht toleriert bzw. akzeptiert werden dürfen. Deswegen ja auch all die missionarischen und evangelistischen Bemühungen, um diese ‚Verlorenen‘ doch noch für diesen Glauben zu gewinnen. Und ja: Von dieser unredlichen Form des Glaubens bin ich dann wohl nun doch „abgefallen“.

  4. Matthias Wehrstedt schreibt:

    Ich hab ja immer mal überlegt, ob ich nicht mal alle Indizien, die gegen den christlichen Glauben sprechen, zusammentrage und veröffentliche… 😉 Gibt’s in ganz kompletter Form glaub ich bisher noch nicht. Ich bin der Meinung, dass da so viel erdrückendes Material zusammenkommt, dass man daraus nur einen Schluss ziehen kann …

    • mwehrstedt schreibt:

      Au ja! Dann beauftrage ich Dich hiermit mal mit diesem umfangreichen Forschungsprojekt. Zumindest könntest Du ja schon einmal anfangen und die Liste nach und nach erweitern. Oder sie vielleicht sogar online stellen und von anderen jeweils erweitern lassen 😉

  5. Dagmar schreibt:

    Danke, Markus. Du hast den hermeneutischen Zirkel mit sehr schönen, verständlichen Worten beschrieben.

    • mwehrstedt schreibt:

      Oh danke, Dagmar, für Deine positive Rückmeldung. Und das von einer praktizierenden Pastorin, wow! Das tut mir wirklich gut. Ich befürchte aber, dass viele andere das viel kritischer sehen und bereits fleißig daran arbeiten, mich auf den nächsten Scheiterhaufen zu bringen 😉

  6. brigwords schreibt:

    danke vielmals für deine Ausführungen! Du sprichst mir aus der Seele, ich könnte es nicht besser formulieren, bzw. habe es auch noch nie so gewagt. Dabei wäre die Botschaft so befreiend! Ich bin extrem ermutigt! Danke!

    • mwehrstedt schreibt:

      Das freut mich sehr, liebe Brig! Und ja: Diese Botschaft empfinde ich wirklich als befreiend. Nur für andere, dogmatisch gesonnene Menschen mögen meine Worte verunsichernd wirken. Aber Zweifel sind menschlich und dürfen (und müssen!) sein 🙂 Wünsche dir weiterhin viele Ermutigungen für diesen Tag! Liebe Grüße, Markus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s