Syrien – Zeit für eine neue Welle der Barmherzigkeit (Teil 1)

Gestern habe ich mich munter zum Thema Aqua-Jogging bzw. Aqua-Fitness ausgelassen. Heute möchte ich meinen Impuls – aus aktuellem Anlass – einem sehr ernsten Thema widmen: Der Not der Menschen in Syrien. Das eine oder andere mögt ihr sicherlich schon in den Medien darüber gehört oder gelesen haben. Aber die Situation dort schaut einfach unglaublich schrecklich aus. So schlimm, dass heute eine gute Zeit wäre für eine neue Welle der Barmherzigkeit. Es ist eine Menge, was die Bevölkerung dieses Landes derzeit zu durchleiden hat, nämlich (u.a.):

  • Millionen sind auf der Flucht, weil sie im Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten sind.
  • Unzählige haben Hab und Gut verloren (z.B. durch Bombenangriffe auf ihre Häuser).
  • Tausende wurden entführt oder verschwanden einfach von der Bildfläche.
  • Tausende landeten (unschuldig) in Gefängnissen (darunter auch viele Minderjährige).
  • Ungezählte mussten verschiedene Methoden der Folter über sich ergehen lassen.
  • Männer wurde gezwungen, an Kampfhandlungen teilzunehmen (wer neutral bleibt, lebt gefährlich).
  • Familien wurden durch die Unruhen getrennt und auseinandergerissen.
  • Unglaubliche 130.000 Menschen sollen bereits den Tod gefunden haben.
  • Frauen leben in großer Angst vor gewalttätigen Übergriffen.
  • Kinder sind durch all die Schrecknisse und Explosionen zum großen Teil traumatisiert.
  • Es fehlt an Nahrungsmitteln und sauberem Wasser (weil z.B. die Stadt Homs schon lange eingekesselt ist).
  • Es fehlt an ärztlicher Betreuung und Medikamenten (selbst Ärzte ohne Grenzen e.V. muss heimlich im Untergrund arbeiten, weil das grausame Regime von Assad sogar helfende Ärzte militant verfolgt).
  • Alles ist teuerer geworden und die Löhne sind gesunken (wenn es überhaupt noch bezahlte Arbeit gibt).
  • Viele haben kaum noch Hoffnung, dass je wieder die Sonne für sie aufgehen wird.

In den letzten Tagen las ich im aktuellen Magazin von Open Doors Deutschland e.V. (Kelkheim, http://www.opendoors.de/). Dort wurde auch von einer neuen Christenverfolgung in Syrien berichtet. Zu Wort kam Safi, ein syrischer Pastor aus Damaskus, verheiratet mit Aischa und Vater von zwei Töchtern im Alter von 12 und 14 Jahren. Unter der Überschrift „Pastor Safi: Bleiben, um zu helfen“ schrieb er folgende berührende Zeilen (Open Doors 02/14, S. 9):

Unsere Lage ist sehr angespannt. Chaos regiert. Es herrschen Anarchie, Gewalt und Angst. Die Preise sind extrem gestiegen, die Gehälter aber zurückgegangen, und so gibt es viel Armut und Obdachlosigkeit. Immer mehr Kinder werden auf die Koranschulen geschickt und es ist eine Radikalisierung der Gesellschaft zu beobachten. Schlimme Verbrechen werden im Namen des Islam legitimiert. Solange man bei einem Diebstahl, einer Vergewaltigung oder Sonstigem ‚Allahu Akbar‘ sagt, heiligt der Zweck die Mittel. Terroristen kommen aus der ganzen Welt nach Syrien, um für den Islam zu kämpfen. Die Gewalt, die momentan herrscht, ist schwer vorstellbar. Christen werden sehr stark bedroht. Viele werden umgebracht, vertrieben, enteignet, gefoltert. Unser Alltag ist von Angst und Sorge geprägt. Man lebt mit der ständigen Angst, seine Liebsten nie wieder zu sehen. Man erwartet die ganze Zeit, dass etwas passieren wird.“ (Quelle: Open Doors 02/2014, S. 9)

Bei diesen Zeilen musste ich an den Song „Fragile“ von Sting denken … „How fragile we are“ – wie zerbrechlich wir doch sind … Was geht in solchen Köpfen vor, die im Namen eines Gottes unschuldigen Menschen die furchtbarsten Gewalttaten antun? Wer hat sie in diesen Wahnsinn getrieben? Und was machen unschuldige Menschen durch, die nichts Böses verbrochen haben? In welcher täglichen Existenzangst müssen sie ihr Leben fristen? Dabei stehen ganz sicher die meisten syrischen Christen überhaupt nicht auf der Seite Assads und seiner grausamen Schergen. Genauso wenig wie ganz sicher die Mehrheit der moderaten Muslime. Auch diese werden sich ganz sicher nur eines wünschen: Frieden! Endlich einen fairen Frieden.

Trotz dieser furchtbaren Angst zieht sich Pastor Safi nicht zurück. Er, seine Familie und seine Freunde packen feste mit an. Sie sehen die Not, schauen in viele verstörte Augen, fühlen das Elend und: sie helfen! Und zwar allen! Er schreibt: „Unsere Kirche betreut und hilft 2.000 Flüchtlingsfamilien aus allen religiösen Hintergründen.“ Hier zeigt sich echte Barmherzigkeit. Hilfe für alle – nicht nur für die eigenen Glaubensgefährten. Das ist großartig und so nachahmenswert. 2.000 Flüchtlingsfamilien wird geholfen! Das mögen rund 10.000 Menschen sein, darunter viele, viele Kinder. Warum tun Pastor Safi und seine Freunde das? Seine Antwort:

Wir möchten gerade jetzt im Krieg Zeichen der Liebe und Barmherzigkeit setzen. Darum hat meine Familie beschlossen, auch jetzt in der Zeit der Verfolgung in Syrien zu bleiben.“

Wie mutig von Safi und seiner Familie! Wer würde das von uns so machen? Ich glaube, ich wäre eher geflohen. Solchen Mut sollten wir wirklich belohnen. Es ist großartig, dass es solche couragierten Menschen gibt – mit so viel Herz, Mitgefühl und Freundlichkeit. Sollten wir solchen Vorbildern im Glauben und Leben nicht auch viel Gutes tun? Wenn ja, was könnten wir machen? Hier meine heutigen …

sieben Ideen, wie wir solchen großartigen Frauen, Männern und Kindern in Syrien beistehen können:
  • 1. Wir können mit unseren Freunden über ihr Leid und ihre Taten sprechen, damit ihr Vorbild bekannter wird.
  • 2. Wir können ihr beispielhaftes Verhalten medial verbreiten (auf Facebook, Twitter etc.).
  • 3. Wir können ihrem guten Beispiel folgen und selbst mutiger in unserem Einflussbereich agieren.
  • 4. Wenn wir von einem starken Glauben geprägt sind, können wir ihnen einen Segen oder ein Gebet senden.
  • 5. Wenn wir eine Adresse haben, können wir ihnen einen persönlichen Brief schreiben.
  • 6. Wenn es möglich ist, können wir uns bei Politikern, Botschaftern oder Geistlichen für sie einsetzen.
  • 7. Wir können unseren Überfluss mit ihnen teilen und für sie spenden, z.B. über unser Encourager-Konto:
Unsere Bankverbindung (SEPA): Deutschland + International
  • Encourager-Stiftung
  • SKB Bad Homburg (Deutschland)
  • BIC: GENODE 51BH2
  • IBAN: DE44 5009 2100 0001 3111 31
  • Verwendungszweck: “Spende Syrien“
Unsere Bankverbindung: Deutschland (noch bis 2016)
  • Encourager-Stiftung
  • SKB Bad Homburg – BLZ 500 921 00 – Kto. 13 111 31
  • Verwendungszweck: “Spende Syrien“

Vielen Dank! Und viel Mut uns allen!

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Eine Antwort zu Syrien – Zeit für eine neue Welle der Barmherzigkeit (Teil 1)

  1. mwehrstedt schreibt:

    Hat dies auf Encourager-Stiftung rebloggt und kommentierte:

    Syrien braucht unsere Hilfe!

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