18. Januar: Atemberaubend! Von den unendlichen Weiten unseres Universums …

Atemberaubend! Unser Universum! Diese phantastische Animation im Internet müsst ihr euch unbedingt anschauen: http://apod.nasa.gov/apod/ap140112.html – Mein jüngerer Bruder hat mir diesen Tipp gegeben. Er ist promovierter Astrophysiker und schrieb uns als Familienangehörigen zu diesem Link am 12. Januar 2014 folgende erklärenden Zeilen:

Hallo zusammen, wer sich die unfassbaren Dimensionen unseres Universums vor Augen führen will, hier ein Link dazu. http://apod.nasa.gov/apod/ap140112.html – Man muss ein bißchen warten, bis die Seite geladen ist, und dann unten nach links und rechts scrollen, um zu zoomen. Viel Spaß damit!
Anmerkungen: Natürlich sehen Atome und Elementarteilchen nicht wirklich so aus, sie sind bloß als Kugeln dargestellt. Wir können sie überhaupt nicht ’sehen‘. Das scheitert schon an der Physik (der Quantenmechanik) dahinter. Die letzte Stufe, Strings und Quantenschaum, ist derzeit noch hypothetisch (eine interessante Theorie von mehreren nebeneinander) und rein gar nicht experimentell bestätigt.
Nicht hypothetisch dagegen ist die ‚Planck-Länge‘. Das ist die Länge, bis zu der nach der gegenwärtig bekannten Physik (wieder wegen der Quantenmechanik) überhaupt physikalische Aussagen gemacht werden können. Bei noch kleineren Längen ‚verschwimmt‘ uns gewissermaßen der ‚Blick‘ (in der Physik).
Die größten Skalen, also das Universum als Ganzes (die Astrophysik und Kosmologie, das, was ich studiert habe), kann man als bestätigt ansehen. Nicht so, dass man es in einem Experiment im Labor nachvollziehen könnte, aber in dem Sinne, wie uns Mittel der Beobachtung und darauf basierende Theoriebildung zu Verfügung stehen, schon. Zur Frage nach noch größeren Skalen und dem ‚Außerhalb‘ des Universums: Das entzieht sich unserer Kenntnis. Möglicherweise gibt es ‚Multiversen‘ (ein spannendes Gedankenspiel, das in jüngster Zeit diskutiert wird), also noch viele (unendlich viele?) andere Universen neben unserem. Es kann aber auch sein, dass es nur das unsere gibt. Auf jeden Fall sind wir ‚gefangen‘ in unserem Universum und können nicht, selbst mit einem fiktiven (nur vorgestellten) Raumschiff mit Superantrieb, entkommen. Wir würden sozusagen immer im ‚Kreis‘ fliegen. Auch können wir bei dem ‚Außerhalb‘ nicht von ‚Raum‘ reden, jedenfalls nicht den Raum mit drei Dimensionen, wie wir ihn kennen. Auch wenn sich das unserer Vorstellungskraft entzieht, gibt es wohl gar kein ‚Außerhalb‘ im Sinne eines Raumes. Unser Universum bildet den Raum. Viele Grüße, Michael“

Es ist unfassbar! In welchen Dimensionen leben wir hier??? Es gibt Teilchen in unserem Mikrokosmos, die sind so winzig, dass selbst Atome oder Protonen dagegen wie gigantische Gebilde erscheinen. Gleichzeitig ist unsere Erde, die uns doch riesig vorkommt, so winzig inmitten unseres Universums, dass selbst unsere Sonne in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, zu einem unbedeutsamen Staubkorn zusammenschrumpft. Und selbst diese Milchstraße geht in unserem Universum dermaßen ‚mikrokospisch‘ unter, dass man annehmen könnte, kein Gott in diesem unendlich erscheinenden Weltall könnte sie je ausfindig machen. Doch selbst unser Universum ist vielleicht klein im Vergleich zu dem, was sich möglicherweise noch ‚dahinter‘ verbergen könnte (wenn es eben solch ein ‚dahinter‘ geben sollte). In was für einer verrückten Welt leben wir eigentlich? In was für einer Wirklichkeit? Wer hat das gemacht? Wo kommt das alles her? Hat sich das jemand ausgedacht? War das schon immer da? Die Dimensionen jedenfalls rauben mir den Atem. Mein älterer Bruder hat zu der Animation oben folgendes anschauliche Beispiel ergänzt:

Ich hab schon vor längerer Zeit mal folgendes ausgerechnet: Wäre unsere Sonne so groß wie eine durchschnittliche Orange, dann wäre die Erde ein etwas größeres Sandkorn, dass die Orange in knapp 10 m Entfernung umkreist. Das nächste Sternsystem — Alpha Centauri –, eine große und eine kleine Orange, die sich im Abstand von ca. 200 m umkreisen, befände sich in diesem Maßstab etwa in einer Entfernung von 2500 km. Positioniert man die Sonnen-Orange in Kassel, befinden sich die Alpha-Centauri-Orangen etwa auf Zypern. Auch irre, oder?! VG, Matthias“

Ist das nicht wirklich irre und unfassbar? 2500 km entfernt. Nicht zu glauben! Wie riesig sind diese unendlichen Weiten und Räume! Dazu noch einmal mein jüngerer Bruder:


Man kann sich vielerlei solcher Vergleiche ausdenken, mit denen man sich die Dimensionen und auch die unglaubliche Leere des Kosmos veranschaulichen kann. Mein eindrücklichstes Erlebnis dazu war ein Planetenweg bei einem Urlaub an der Nordsee. Der Maßstab des Planetenwegs war so, dass die Sonne ca. 1,4 Meter (wahrer Sonnendurchmesser 1,4 Millionen km, also Maßstab 1:1 Milliarde) und die Erde in ca. 150 Meter Entfernung ca. 1,3 cm groß war (also Dein Beispiel mal Faktor ca. 15). In Gedanken habe ich mir ausgerechnet, wie schnell in diesem Maßstab die Lichtgeschwindigkeit ist, also die höchste Geschwindigkeit im Kosmos. Das Licht von der Sonne zur Erde benötigt ca. 8 Minuten, das entspricht in dem Maßstab einem sehr sehr langsamen Schritttempo von ca. 1 km/h (normales Gehtempo 4-5 km/h). Ich bin in diesem Tempo die Strecke Sonne-Erde abgelaufen (also diese 150 Meter). Ihr glaubt gar nicht, wie langsam das ist! Die höchste Geschwindigkeit im Universum ist so unglaublich zäh langsam angesichts dessen Größe! Eindrücklich war auch, wie lange es dauerte, bis die Erde größer wurde und wie das Licht dann im Schneckentempo an der Erde vorbei in Richtung der anderen Planeten gekrochen ist 🙂 .“

Das Licht kommt nur im „Schneckentempo“ daher! Von ‚oben‘ betrachtet ‚kriecht‘ es geradezu durch die riesigen Räumen dieser riesigen Weiten. Dabei ist das Licht die schnellste ‚Rakete‘ in unserem Weltall! Es legt in einer Sekunde eine unglaubliche Strecke von 299.792 km zurück. Das heißt: 7 ½ mal um die Erde in einer einzigen Sekunde!! Wer kann sich diese Geschwindigkeit vorstellen?? Und dennoch ist dieses unfassbar rasende Licht inmitten der Welten unserer Universums langsamer als eine betäubte Weinbergschnecke 🙂 .

Nochmals die Frage: Was ist das für eine Welt? Wie ist sie entstanden? Woher stammen diese Räume, diese Zeiten, diese Mikro- und Makrokosmen? Werden wir einmal dahinterkommen? Werden unsere Fragen einmal eine befriedigende Antwort finden? In unserer Welt wahrscheinlich nicht. Wir werden wohl bis an unser Lebensende nur darüber staunen können.

So unglaublich mir diese Weiten erscheinen, so unglaublich kostbar kommt mir dadurch jeder meiner Atemzüge vor. Ich darf das alles beschauen. Ich darf das besehen und zu verstehen versuchen. Ich darf Beobachter sein – für eine kurze Zeit. Ich darf darüber nachdenken. Darf fühlen, wer ich möglicherweise bin. Darf meine Mitwesen in diesem Universum bestaunen, sie kennenlernen und mich über sie wundern (manchmal arg wundern). Ich lerne so mein Leben, meine Existenz und meine ‚Welt‘ zu lieben. Ich wache morgens mit einem Staunen auf und schlafe abends mit Bewunderung für mein Leben ein. Dass ich das alles miterleben darf! Unglaublich. Trotz aller Zerbrechlichkeit – wie wundervoll ist unser Leben! Schätzen wir es. Und nutzen wir es, um immer mehr an wohltuender Lebensweisheit zuzunehmen.

PS. Unsere Mutter hatte unsere ‚brüderlichen‘ e-Mails mitverfolgt. Von ihr kam am Ende noch folgender herzhafter Kommentar:

Oh Mann, oh Mann, das ist mir aber doch ein paar Meter zu hoch. Michael, Deine Erklärungen beeindrucken mich zwar, aber wirklich verstehen tue ich sie nicht. Ist ja auch nicht schlimm, dafür weißt Du nicht, wie man eine Sockenferse strickt. Euch allen liebe Grüße!“

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