11. Januar: Wie wir gemeinsam einen Riesen zu Fall bringen …

Nützen meine Proteste eigentlich etwas? Wenn der Gegner doch übermächtig erscheint? Auf unserem Erdball geschehen jeden Tag eine Menge Ungerechtigkeiten. Ich möchte nicht behaupten, dass ich auf jede ethische Frage eine richtige Antwort parat hätte. Vor allem politische Sachverhalte sind vielschichtig und wollen von allen Seiten gut bedacht werden. Aber spüren kann ich persönlich schon, wenn ich das Gefühl habe, unfair und ungerecht behandelt worden zu sein. Dazu kann gehören, dass ich offensichtlich hintergangen und belogen worden bin. Oder dass mir jemand (unberechtigt und unerlaubt) Gewalt angetan hat – durch Worte, durch eine Geste, körperlich und/oder psychisch.

Nützen meine Proteste dann etwas, wenn mir – oder meinen Freunden – Gewalt angetan wird? Wenn mir oder meinen Freunden ein ‚Riese‘ gegenübersteht? Zum Beispiel eine mächtige, finanzstarke, global agierende Firma?

Eigentlich nein. Meine Chancen stehen ziemlich schlecht. Die Aussichten sind trist, wenn ich allein auf verlorenem Posten stehe. Aber: Mein Protest kann doch etwas bewirken. Wenn er sich nämlich vereint mit dem Protest meiner ideellen Weggefährten. So gerade aktuell geschehen in Indonesien, dort in der Provinz Aceh. Auf der Website der gemeinnützigen Umweltorganisation „Rettet den Regenwald e.V.“ (Hamburg; http://de.wikipedia.org/wiki/Rettet_den_Regenwald) wurde am 9. Januar 2014 folgender ermutigender Erfolg bekannt gegeben:

Ein Gericht in der Provinz Aceh im Norden von Sumatra setzt ein deutliches Zeichen gegen die illegale Brandrodung der Regenwälder: Es verurteilte die Palmölfirma PT Kallista Alam zu einer Geldstrafe von umgerechnet 9,4 Millionen US-Dollar sowie zu 21 Millionen Dollar für die Wiederaufforstung des zerstörten Tripa-Torfwaldes(http://www.regenwald.org/erfolge/5639/indonesien-hohe-strafe-fuer-palmoelfirma-wegen-brandrodung?mt=1762&v=0&ref=nl – aufgerufen am 11.01.14)

Das ist ein saftiges Urteil – und eine ebenso saftige Strafe! 30,4 Millionen USD. Der Hammer. Hätte hier niemand protestiert, wäre sicher nichts weiter geschehen. Die Palmölfirma PT Kallista Alam hätte weiter den wertvollen indonesischen Regenwald dem Erdboden gleichgemacht – nur um sich noch mehr eine goldene Nase mit ihren riesigen Palmölplantagen verdienen zu können. Aber der kleine Verein mit Sitz in Hamburg lud zum gemeinsam Widerstand ein. Der Aufruf lohnte sich. Etwa 50.000 Protestmails gingen ein, dazu 10.000 Euro an Spendengeldern. Diese relativ kleine Summe half entscheidend mit, weltweit auf diese kriminellen Machenschaften hinzuweisen. Ein Gerichtsverfahren wurde angestrengt. Ergebnis: Die Richter des Bezirksgerichts von Meulaboh nahmen später dieser kriminellen Palmölfirma das Land wieder ab, das sie sich unrechtmäßig angeeignet hatte – 5.769 Hektar Regenwald, fast 58 qkm (also eine Fläche von etwa 6 mal 10 km!).

Mein Protest kann etwas bewegen. Ich darf mich nicht zu schnell einschüchtern lassen. Es ist gut, wenn ich am Ball bleibe und dem ‚Riesen‘ in die Augen schaue. Mitten hinein. Wenn ich mich ihm in den Weg stelle – zusammen mit 50.000 Freunden. Dann vermag ich mitunter auch eine solche Übermacht zu Fall zu bringen. Es ist gut, wenn wir dranbleiben. Wenn wir nicht zu schnell aufgeben. Wenn wir zusammenhalten. Wenn wir unseren Planeten lieben, bewahren und gemeinsam beschützen wollen. Wir sind mächtig, wenn wir zusammenhalten. Und wir werden noch staunen, was wir gemeinsam vollbringen und bewegen werden.

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